DJI-Drohne: Spark-Modelle fallen vom Himmel

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Beim chinesische Hersteller DJI häufen sich die Meldungen von verärgerten Käufern, dass ihre Drohne „Spark“ mitten im Flug abstürzt. Was ist die Ursache für den Himmelssturz?

DJI Spark: Selfie-Kamera-Drohne mit Gestensteuerung.

Mehrere YouTube-Videos und seitenlange Einträge im Kundenforum von DJI scheinen kein gutes Licht auf die neue Spark-Drohne zu werfen: Mitten im Flug soll das ferngesteuerte Fluggerät abstürzen. Die Ursache liegt hoffentlich nur an einem Software-Bug.

Drohne macht sich selbstständig

In den Beschwerden geht es meist darum, dass sich die Drohne nicht mehr steuern lässt und daraufhin unkontrolliert vom Himmel fällt. Ein Problem soll dabei ein falsch montierter Akku sein. Durch die Flugbewegungen würde sich die Verbindung lösen und die Drohne keinen Strom mehr bekommen. Weitere Nutzer vermuten eine Fehlfunktion der Sensoren: Wenn die Drohne auf dem Boden steht, schaltet sich automatisch der Motor aus. Sollte also einer der Sensoren falsche Daten liefert und die Motoren abschalten, obwohl die Drohne noch in der Luft ist, könnte das die Probleme erklären.

Rätselhaft ist allerdings ein YouTube-Video das zeigt, wie sich die Drohne auf einmal vom Besitzer entfernt und schließlich in einem Feld abstürzt:

DJI äußert sich

Der Hersteller bestätigte die Fälle und kündigte an, ein Firmware-Update zu veröffentlichen, dass die Probleme beheben soll. Es bleibt zu hoffen, dass es sich wirklich nur um einen Software-Fehler handelt und die Drohnen mit der neuen Firmware wieder gehorchen. In der Mitteilung des Unternehmens heißt es: „Die Flugsicherheit und Zuverlässigkeit unserer Produkte haben für uns oberste Priorität. Unsere Ingenieure untersuchen jeden Kundenfall sorgfältig und arbeiten daran, diese Angelegenheit dringend zu behandeln.“

Nicht der erste Drohnen-Absturz

Der Spezialist für Actionkameras GoPro musste kurz vor Weihnachten letzten Jahres sein Drohnen-Modell „Karmazurückrufen, nachdem bekannt wurde, dass sie in seltenen Fällen abstürzt. Alle bis dahin verkauften Geräte sollten zurückgegeben werden – immerhin rund 2500 Stück und es wurden auch keine neuen Geräte mehr verkauft. Als Problem sei die Verriegelung des Akkufachs ausgemacht worden. Dadurch hätten sich in einigen Fällen die Akkus gelöst und die Stromzufuhr gekappt, teilte GoPro Anfang des Jahres mit. Mittlerweile ist die Schwachstelle behoben und die Drohnen werden wieder verkauft.

Man muss allerdings auch bedenken, dass die Hersteller der Fluggeräte sich keine Fehler erlauben dürfen: Stützt der PC, das Smartphone oder das Tablet mal ab, füllt das noch keine Foren beim Hersteller. Wenn die 600 Euro teure Drohne allerdings auf einmal in den See oder auf die Straße knallt und sich somit selbst zerstört, bringt das die Besitzer verständlicherweise in rage – ganz davon abgesehen was passiert, wenn eine unkontrollierte Drohne jemanden verletzen würde.

Quelle: Quartz, The Verge

Johann Philipp
Johann Philipp, GIGA-Experte.

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