Telefónica & E-Plus: EU-Kommission lässt Übernahme neu untersuchen [Update]

Kaan Gürayer 2

Die EU-Kommission will die eigentlich schon abgesegnete Übernahme von E-Plus durch Telefónica noch einmal aufrollen und neu untersuchen. United Internet, das Unternehmen hinter 1&1, fühlt sich benachteiligt und hatte bei der Behörde Beschwerde eingelegt. Damit könnte die Übernahme im schlimmsten Fall im letzten Moment platzen. 

Telefónica & E-Plus: EU-Kommission lässt Übernahme neu untersuchen [Update]
Update: Das ging rasch. Wie Telefónica Deutschland im hauseigenen Blog bekanntgibt, hat das Unternehmen von der EU Kommission die endgültige Freigabe für die Übernahme der E-Plus-Gruppe vom niederländischen Telekommunikationskonzern KPN erhalten. Damit bestätigt die Europäische Kommission, dass Telefónica mit der bekanntgegebenen Vereinbarung mit Drillisch alle Auflagen erfüllt, die mit der Freigabe verbunden sind. Telefónica ist zuversichtlich, dass die E-Plus-Übernahme noch im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein wird.

Aus vier mach drei: Anfang Juli hatte die EU-Kommission die Übernahme von E-Plus durch Telefónica, in Deutschland vor allem über die Mobilfunktochter o2 bekannt, schon durchgewunken. Damit würden von ehemals vier Netzbetreibern – Telekom, Vodafone, E-Plus und o2 – nur noch drei übrig bleiben. Weniger Konkurrenz bedeutet in der Regel aber höhere Preise und so hat die Kommission die Übernahme an verschiedene Auflagen geknüpft: Unter anderem muss Telefónica bis zu 30 Prozent der Netzkapazitäten des neu entstandenen Unternehmens und ein Radiowellenspektrum sowie weitere Vermögenswerte abstoßen. 20 Prozent der angesprochenen Netzkapazitäten hat sich das Unternehmen Drillisch gesichert, das auf dem deutschen Mobilfunk-Markt mit Marken wie simply, Phonex, McSIM und hellomobil vertreten ist. Außerdem will Telefónica bis zu 600 Shops an die Hessen abgeben. Die Vereinbarung mit Drillisch sollte, trotz Übernahme von E-Plus durch Telefónica, den Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt sicherstellen. Der Erfolg dieser Übereinkunft wird jetzt allerdings angezweifelt.

So behauptet United Internet, dass die Verhandlungen zwischen Drillisch und Telefónica von Seiten des spanischen Mobilfunk-Riesen nur zum Schein geführt worden seien. Telefónica habe von Anfang an das Ziel gehabt, mit dem bisherigen Partner Drillisch noch enger zusammenzuarbeiten. Mit seinen 1,9 Millionen Kunden sei Drillisch auch gar nicht in der Lage, der Telekom, Vodafone oder Telefónica/E-Plus Konkurrenz zu machen. Dadurch könnten die drei verbliebenen Netzbetreiber ihre Marktmacht ausspielen und beispielsweise ihre Tarife erhöhen.

Inwiefern die Vorwürfe von United Internet, über die die Wirtschaftswoche exklusiv berichtet, auch der Wahrheit entsprechen, sei mal dahingestellt. Immerhin wollte das rheinland-pfälzische Unternehmen ebenfalls E-Plus übernehmen, hatte sogar schon unterschriftsreife Verträge ausgehandelt, bevor Telefónica intervenierte und E-Plus unter der Nase wegschnappte Ganz neutral scheint man also nicht zu sein.

Quelle: Wirtschaftswoche [via Golem.de]

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