WhatsApp & E-Plus: Erste Infos zu gemeinsamem Prepaid-Tarif – könnte mit Netzneutralität kollidieren

Andreas Floemer 8

Der beliebte Messenger WhatsApp und der Netzbetreiber E-Plus machen gemeinsame Sache – soviel ist seit wenigen Tagen offiziell bekannt. Nun sind erste Details zu diesem Deal, bei dem es sich um einen Prepaid-Tarif handelt, bekannt geworden. 

WhatsApp & E-Plus: Erste Infos zu gemeinsamem Prepaid-Tarif – könnte mit Netzneutralität kollidieren

Nach Informationen, die der Wirtschaftswoche (WiWo) zugespielt wurden, wird E-Plus in Kooperation mit WhatsApp eine Prepaid-Karte anbieten, bei denen Nutzer des damit verknüpften Tarifs Privilegien eingeräumt bekommen, die bisher kein anderer virtueller Netzbetreiber erhalten hat. Denn sämtlicher Traffic, der durch das Versenden von WhatsApp-Nachrichten, -Fotos und -Videos verbraucht wird, soll weder auf die Inklusivminuten noch das -volumen des Sprach- und Datenguthabens angerechnet werden. Doch es wird noch besser: Denn selbst wenn das Guthaben auf der Prepaid-Karte aufgebraucht ist, soll die Kommunikation über den Messaging-Dienst weiterhin gewährleistet sein. Interessant ist in diese Kontext übrigens auch die kürzlich angekündigte Telefonie-Funktion, die WhatsApp bald erhalten wird. Ob diese allerdings bei Verfügbarkeit Bestandteil des Exklusivangebots ist, bleibt abzuwarten.

Zwar sind noch keine konkreten Konditionen für die WhatsApp-Karte ans Tageslicht gelangt, allerdings dürfte dieser Tarif insbesondere bei Jugendlichen, die den Messenger als Hauptkommunikationsmittel verwenden, auf Interesse stoßen. Ferner verpassen E-Plus und WhatsApp dem Konzept der kostenpflichtigen SMS einen weiteren Todesstoß. Für E-Plus, dem derzeit drittgrößten deutschen Netzbetreiber, dürfte dieser exklusive Tarif angesichts der Prominenz von WhatsApp, der nach Angaben des WhatsApp-Chefs Jan Koum auf 30 Millionen deutschen Smartphones installiert ist, möglicherweise ein Wachstum der Kundenbasis bedeuten.

Mit dem Start des Angebots, der im Laufe des Aprils über die Bühne gehen soll, kann sich E-Plus aber wohl auf Probleme mit Verfechtern der Netzneutralität gefasst machen. Denn der WhatsApp-Tarif ähnelt dem Spotify-Angebot der Telekom, bei dem nach Buchung eines speziellen Tarifs den durch den Musik-Streaming-Dienst genutzten Traffic nicht auf den mobilen Datenverbrauch angerechnet wird. Dies entspricht im Grunde einer Zweiklassen-Gesellschaft auf Daten-Niveau, was dem Grundgedanken der Netzneutralität, bei dem alle Daten gleichwertig behandelt werden, widerspricht. Eine solche Bevorzugung können sich natürlich nur große Player wie eben Spotify oder WhatsApp leisten, kleinere (Konkurrenz-)Dienste und Entwickler haben das Nachsehen.

Was haltet ihr von dieser Entwicklung?

WhatsApp Messenger
Entwickler: WhatsApp Inc.
Preis: Kostenlos

Quelle: WiWo

► Tipp: Mit der WhatsApp-Prepaid-SIM immer WhatsAppen – auch ohne Guthaben

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