Electronic Arts: Matchmaking-Patent soll Spieler dazu bringen, mehr Geld auszugeben

Alexander Gehlsdorf

Seit dem Debakel rund um Star Wars Battlefront 2 waren viele Spieler überzeugt, dass Electronic Arts es in erster Linie darauf anlegt, Spielern durch Mikrotransaktionen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein jetzt veröffentlichtes Patent scheint genau das zu bestätigen.

Am 8. März 2016 wurden zwei Patente von Electronic Arts beim United States Patent and Trademark Office eingereicht. Das erste Patent setzt sich mit Dynamic Difficulty Adjustment (DDA) auseinander. Damit sollen sich Spiele dynamisch und ohne das Wissen des Spielers auf die jeweilige Situation anpassen, um Frust oder Langeweile zu verhindern, etwa wenn bestimmte Abschnitte zu schwer oder zu leicht sind und der Spieler dadurch die Lust verlieren könnte.

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Im Singleplayer-Bereich sind derartige Praktiken schon länger bekannt und wurden unter anderem bereits 1996 in Crash Bandicoot eingesetzt. Wie das zweite Patent allerdings zeigt, will Electronic Arts per DDA auch Einfluss auf das Balancing von Multiplayer-Partien nehmen. Die sogenannte Multiplayer Video Game Matchmaking Optimization soll dazu dienen, Spieler nicht basierend auf ihren Leistungen zu matchen, sondern allein nach dem Grundsatz, Spieler so lange wie möglich zum Weiterspielen zu animieren, unabhängig von der Fairness des Matches.

Die zusätzliche Krux an den Patenten: In der Schlussbetrachtung der Forschungsarbeit zum Thema Engagement Optimized Matchmaking Framework (EOMM), auf der das zweite Patent basiert, heißt es ausdrücklich: „Innerhalb des EOMM Frameworks existieren die Kernkomponenten separat voneinander, sodass sie unabhängig justiert und ersetzt werden können. Weiterhin ist es uns sogar möglich, die Zielstellung auf andere Metriken auszurichten, etwa Spielzeit, Verweildauer oder der Bereitschaft Geld zu investieren.“ Das bedeutet im Klartext, dass das patentiere Matchmaking dazu benutzt werden kann, Spieler zum Kauf von Ingame-Gegenständen zu bewegen, etwa indem sie grundsätzlich mit Spielern gematcht werden, die derartige Boni bereits besitzen.

Noch sind beide Patente nicht bestätigt, basierend auf den inhaltlich sehr ähnlichen Patent von Activision ist jedoch davon auszugehen, dass die finale Entscheidung später in diesen Jahr fallen dürfte. Eine Übersicht über die Patente, deren Details und Konsequenzen unter anderem von YouTuber YongYea zusammengestellt wurde, ist weiter oben eingebettet.

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