Facebook: Die Zukunft des Internets steht auf dem Spiel

Johann Philipp

Die New York Times hat eine beeindruckende Kurz-Dokumentation über die Macht von Facebook veröffentlicht. Welche Gefahren das soziale Netzwerk bringt:

Eine von fünf Minuten, die online verbracht wird, finden auf Facebook statt. Mit zwei Milliarden Nutzern tummeln sich ein Drittel der Weltbevölkerung auf dem sozialen Netzwerk. Für Facebook bringen diese Zahlen viel Geld. Für die Nutzer bringen sie Gefahren – vor allem in Entwicklungsländern, meint die knapp 10-minütige Dokumentation.

Facebook hat sich verändert

„Früher habt ihr eure Ex gestalkt oder andere mit eurem Urlaub neidisch gemacht“, sagt ein Sprecher zu Beginn der Doku mit dem Titel „How Facebook is Changing your Internet“. Aber in den vergangenen Jahren habe Facebook sich verändert und sei immer mehr zu einer eigenen geopolitischen Macht geworden, heißt es weiter. Im Fokus steht dabei der Wille von CEO Mark Zuckerberg, Internetverbindungen in jeden Winkel der Welt zu bringen. Auf den ersten Blick eine gute Idee, doch er denkt dabei nicht an das Internet, wie wir es kennen.

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Was Facebook über dich weiß und wie du es herausfindest.

Internet nur über Facebook

In Entwicklungsländern wie Kenia kennen die meisten kein Internet. Es stehen andere Dinge an erster Stelle, als ein teurer Internetanschluss. Da setzt Facebook an und kooperiert mit den örtlichen Anbietern: Das Unternehmen bietet an, auf dem eigenen Netzwerk und maximal ein bis zwei weiteren Seiten kostenlos surfen zu können.

Die Bevölkerung informiert sich daher vorwiegend auf Facebook. Fake-News, Gerüchte und politische Propaganda verbreiten sich rasend schnell. Hinzu kommt Facebooks eigener Algorithmus, der dem Nutzer immer genau das zeigt, was ihn – laut Facebook – interessiert. Andere Meinungen werden gar nicht erst angezeigt. Weiterhin kann die Bevölkerung diese Meldungen aufgrund des begrenzten Internetzugangs auch gar nicht nachprüfen.

Es gibt nicht mehr ein Internet – es gibt viele

Das Fazit der Dokumentation fällt ernüchternd aus: Regierungen fühlen sich von der Macht von Facebook bedroht und gehen eigene Wege: In China ist das Internet stark reglementiert. Viele andere Länder erlassen Gesetze, um die Kontrolle zurückzuerlangen. „Doch die neuen Gesetze widersprechen dem ursprünglichen Charakter des Internets“, heißt es am Ende der Doku. Sie kommt zu dem Schluss, dass sich die Auseinandersetzungen zwischen Regierungen und den großen Internet-Unternehmen wie Facebook, Google und Co. das Internet zerschlagen werden und es fragmentieren.

„Facebook ist keine Demokratie, sondern ein Business und die Interessen dieses Unternehmens verändern dein Internet“, ist der abschließende Satz der Dokumentation. Hat sich dein Internet durch Facebook verändert?

Quelle: New York Times, via meedia

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