Facebook-Hack: So erkennt ihr, ob ihr betroffen seid

Marco Kratzenberg 1

Etwa 50 Millionen Facebook-Konten wurden gehackt. Die bislang unbekannten Angreifer haben Zugangsschlüssel und eine große Menge von Profildaten abgegriffen, die sie für weitere Hacks nutzen könnten. Lest hier, wie ihr erkennt, ob ihr betroffen seid – und was ihr dann unbedingt tun solltet.

Facebook-Hack: So erkennt ihr, ob ihr betroffen seid

Eine Kombination mehrerer Fehler auf der Webseite hat den Facebook-Hack möglich gemacht, durch den Profildaten aus circa 50 Millionen Konten gestohlen werden konnten. Eher zufällig ist der Diebstahl der Sicherheitsabteilung aufgefallen, die daraufhin in den USA das FBI und in Irland die Polizei informierte. Die Aktienkurse des Unternehmens sind daraufhin kurzzeitig gefallen, während sich wieder mal viele Nutzer überlegen, ob sie nicht ihr Konto bei Facebook ganz löschen sollten.

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Facebook löschen? Das sagt die GIGA-Redaktion.

Wie ihr merkt ihr, ob euer Facebook-Konto gehackt wurde

Der Facebook-Hack betraf unter anderem einen Fehler in der Funktion, mit der ihr euer Konto aus der Sicht anderer Nutzer ansehen könnt… oder besser: konntet – denn derzeit ist diese Funktion deaktiviert. Der Fehler besteht bereits seit Juli 2017 und hätte seitdem jederzeit ausgenutzt werden können.

Zuerst einmal zur Beruhigung: Facebook hat, unmittelbar nachdem das Problem bemerkt wurde, die „Schlüssel“ aller fast 50 Millionen Konten zurückgesetzt und neue generiert. Mit den erbeuteten Schlüsseln kann also erst einmal nichts angestellt werden. Gleichzeitig wurden die Schlüssel von 40 Millionen anderen Konten zurückgesetzt, welche die gefährlichen Funktionen im vergangenen Jahr genutzt haben.

Außerdem wurden die Inhaber aller betroffenen Konten darüber informiert, dass diese Einstellungen zurückgesetzt wurden. Das dürften sie unter anderem daran gemerkt haben, dass ihr auf dem Rechner oder im Smartphone gespeicherter Schlüssel nicht mehr funktionierte und sie sich wieder anmelden mussten.

Laut Facebook besteht keine Notwendigkeit, ein neues Passwort anzulegen.

Allerdings wurden bei dem Hack auch Profildaten wie etwa Name, Wohnort und Geschlecht der Facebook-Nutzer gestohlen. Das sind Daten, die sich nun in den Händen der Hacker befinden und das lässt sich nicht durch einen Passwortwechsel rückgängig machen. Allerdings sind genau das auch Angaben, die man als normaler Facebook-Nutzer zumeist auf den Profilen lesen kann.

Mit den Tipps aus unserem Video könnt ihr euer Facebook-Konto sicherer machen:

Facebook sicherer machen.

Welche weiteren Gefahren drohen durch den Facebook-Hack?

Leider ist es so, dass nicht nur die Facebook-Konten unmittelbar bedroht sind. Facebook wird bei vielen Internetportalen als Login-Option angeboten und viele User nutzen es gern, weil es Arbeit erspart.

Bei dem Facebook-Hack wurden unter anderem sogenannte „Tokens“ erbeutet. Dabei handelt es sich um eine Art Identifizierungs-Schlüssel, den man nicht nur bei Facebook selbst für einige Aktionen anmelden kann. Sie werden auch bei der Anmeldung bei jenen Portalen eingesetzt, die Facebook als eine ihrer Login-Optionen anbieten. Und das bedeutet, dass die Hacker damit beispielsweise in eure Accounts bei Tinder, Instagram und Co. reinkommen.

Bislang wurde nicht bekanntgegeben, dass diese Lücke ausgenutzt wurde. Sie wurde auch bereits geschlossen, sodass in Zukunft hoffentlich nichts passieren wird. Es ist aber auf jeden Fall eine gute Idee, bei Facebook unter „Einstellungen -> Apps und Webseiten“ zu prüfen, wo man sich mit seinem Facebook-Konto angemeldet hat – und diese Anmeldung in einigen Fällen zu deaktivieren. Außerdem sollte der Hack uns vielleicht lehren, in Zukunft nicht diese Variante der Anmeldung zu nutzen und zu riskieren, dass wir wegen eines Hacks bei Facebook all unsere Konten verlieren.

Umfrage: Ist Merkels Datensteuer eine gute Idee?

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert eine Reform des Steuersystems: Sie spricht von „Bepreisung von Daten“ und zielt damit auf Internetkonzerne, die mit Nutzerdaten Geld verdienen. Sind Daten der Rohstoff der Zukunft und was ist von diesem Vorschlag zu halten?

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