"Andreas Gabalier ist tot: Volksmusikstar stirbt bei Autounfall" - Vorsicht Fake!

Selim Baykara

„Breaking News: Andreas Gabalier ist tot. Der bekannte österreichische Volksmusikstar ist bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen – er wurde gerade einmal 31 Jahre alt.“ Mit diesen reißerischen Worten beginnt eine Meldung, die derzeit auf Facebook die Runde macht und für Aufregung sorgt. Handelt es sich wieder mal nur um einen Hoax oder steckt mehr dahinter?

Hoaxes auf Facebook.

Über gefälschte Todesmeldungen in sozialen Medien wie Facebook hatten wir ja schon öfter berichtet. Fast scheint es so, als ob schon einmal jeder halbwegs bekannte Prominente den virtuellen Tod erlitten hat. Zu den Opfern zählen beispielsweise Michael Schumacher, Stefan Raab oder der Ex-Boxer Mike Tyson. Neuestes Opfer der Online-Gerüchte ist der österreichische Volksmusikstar Andreas Gabalier. Nachdem er bereits im letzten Jahr fälschlich im Internet für tot erklärt wurde, macht jetzt ein neues Gerücht die Runde, dass Andreas Gabalier angeblich verstorben sei.

Andreas Gabalier tot – Meldung auf Facebook

Der Statusbeitrag wird derzeit in diversen Facebook-Gruppen weiterverbreitet und sorgt für Aufregung. In der Meldung heißt es, dass Andreas Gabalier im Alter von 31 Jahren bei einem „schrecklichen Autounfall“ verstorben sei. Darüber sieht man eine Fotomontage mit einer weinenden Frau und einem Bild des österreichischen Künstlers.

Um weiterzulesen, soll man auf den Beitrag klicken – viele Nutzer werden durch die Überschrift natürlich neugierig gemacht und machen genau das. Anschließend gelangt man aber nicht etwa zu dem vollständigen Beitrag, sondern zu einer Login-Seite, die vom Aussehen her Facebook nachempfunden ist. Hier sollt ihr dann eure Facebook-Zugangsdaten eingeben – angeblich um zu bestätigen, dass es wirklich ihr seid und nicht ein anderer Nutzer.

In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um eine klassische Facebook-Falle: Die Login-Daten werden nach der Eingabe direkt an die Betrüger weitergeleitet. Damit ist euer Facebook-Account gehackt – die Online-Kriminellen können anschließend mit eurem Konto machen was sie wollen, z.B. um die Nachricht weiterzuverbreiten und noch mehr Nutzer in die Falle zu locken. Ach ja… die vollständige „Nachricht“ über den Tod von Andreas Gabalier werdet ihr natürlich nie zu Gesicht bekommen, da es sich hierbei schlicht um eine Betrugsmasche handelt – Andreas Gabalier erfreut sich auch 2016 bester Gesundheit.

Video: Andreas Gabalier – Hulapalu

Andreas Gabalier stirbt bei Autounfall – Wer steckt hinter der Meldung?

Interessant ist natürlich auch die Frage: Wer steckt eigentlich hinter der erfundenen Todesmeldung? In vielen Fällen lässt sich das nicht genau klären – hier wird im Impressum aber immerhin die Seite fr.thebestnotice.info angegeben. Eine kurze Google-Suche ergibt: Bei dieser Seite handelt es sich um eine Facebook-Gruppe, bei der ihr „interessante Videos zum teilen“ findet. Im Klartext heißt: Videos von FKK-Stränden, Massenvergewaltigungen, Horror-Unfällen und ähnlichem Unsinn. Das Ziel solcher Seiten ist relativ offensichtlich: Nutzer sollen mit möglichst aufsehenerregenden und schockierenden Inhalten auf die Seite gelockt werden und damit Werbeeinnahmen generieren.

Facebook Thumbs Down Banner

Bilderstrecke starten
13 Bilder
Die besten Halloween-Sprüche zur Hexennacht, für WhatsApp, Facebook & Co.

So erkennt ihr Fakes und Fallen auf Facebook, WhatsApp und Co.

Die Meldung über den angeblichen Tod von Andreas Gabalier ist aller Voraussicht nach nicht die letzte Meldung dieser Sorte. Auch wenn man eigentlich meinen sollte, dass die Nutzer im Laufe der Zeit dazulernen, scheint die Masche mit erfundenen Promi-Toden weiterhin sehr gut zu funktionieren. Falls ihr das nächste Mal eine Meldung dieser Sorte auf Facebook und Co. seht, solltet ihr den Beitrag nicht einfach teilen, sondern zunächst:

  • Prüfen, ob andere, etablierte Medien (Spiegel Online, Fernsehnachrichten, Radio) über den Vorfall berichten.
  • Die offizielle Social-Media-Präsenz der betroffenen Person checken.
  • Überlegen, ob es in der Vergangenheit nicht schon einmal eine ähnliche Meldung gab, die sich letzlich als falsch herausstellte.

Auf GIGA berichten wir ebenfalls regelmäßig über aktuelle Hoaxes und Falschmeldungen. Lest zum Thema auch diesen Artikel: Facebook-Virus erkennen und entfernen – Die Gefahr im sozialen Netzwerk.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* gesponsorter Link