Auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken macht derzeit eine Meldung die Runde, derzufolge die Europäische Polizeibehörde Europol vor schweren Anschlägen der Terrorgruppe IS (Islamischer Staat) warnt. In der jüngeren Vergangenheit gab es hier immer wieder Falschmeldungen und aus dem Zusammenhang gerissene Informationen. Viele Internet-Nutzer fragen sich jetzt daher: Was ist dran an der angeblichen IS-Terrorwarnung von Europol?

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Man kennt das von Facebook, WhatsApp und Co: Eine vermeintlich schockierende, sensationelle oder sonstwie verstörende Nachricht taucht aus dem Nichts auf, wird massenhaft geteilt und sorgt für allgemeine Verunsicherung im Netz. Wenn sich der Sturm gelegt hat, stellt sich zwar heraus, dass alles doch nicht gestimmt hat - aber dann gibt es schon wieder die nächste Meldung und das Spiel beginnt von Neuem.

Europol warnt vor schweren IS-Anschlägen in Europa - Meldung auf Facebook

Auch die neueste Meldung, die derzeit in den sozialen Netzwerken geteilt wird, folgt scheinbar diesem Muster. In der Nachricht heißt es, dass die Europäische Polizeibehörde Europol angeblich vor der Terror-Gruppe IS und schweren Anschlägen in Europa warnt.  Wenn man sich die jüngsten Falschmeldungen im Zusammenhang mit dem IS anschaut - z.B. die IS-Terror-Karte mit Angriffszielen in Deutschland oder die vermeintliche Meldung über IS-Terror an Schulen ist es eigentlich klar, dass viele Leute inzwischen misstrauisch sind. Handelt es sich bei der Europol-Warnung also auch nur um einen Hoax?

Facebook Europol Warnung

Das steht in der Warnung der Europol

Die Meldung über die Warnung der Europol vor dem Islamischen Staat wird derzeit in verschiedenen Blogs und auch auf Facebook weiterverbreitet. Sinngemäß heißt es dort ungefähr, dass Europol damit rechnet, dass IS-Kämpfer nach dem Vorbild der jüngsten Anschläge in Paris weitere Angriffe „im Stil von Kommandoeinheiten“ ausführen könnten. Gegenwärtig bestehe die größte Terrorgefahr seit zehn Jahren - besonders hoch sei die Anschlagsgefahr voraussichtlich weiter in Frankreich.

Die Warnung wird vor allem auf rechten Szene-Blogs und anderen sogenannten „alternativen Medien“ weiterverbreitet - insofern ist man natürlich doppelt misstrauisch, da diese Personen eine ganz bestimmte politische Agenda verfolgen und seit Jahren gezielt Stimmung gegen Ausländer und die angebliche Überfremdung Europas machen und jede Gelegenheit wahrnehmen, um vor dem drohenden Untergang des Abendlandes zu warnen.

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Europol-Warnung vor IS-Kämpfern KEIN Fake

Das trifft teilweise sicherlich auch auf die jetzt verbreitete Europol-Warnung zu: Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine Fälschung - die Europol gab vor einigen Tagen tatsächlich eine entsprechende Warnung heraus. Europol-Chef Rob Wainwright stellte am Rande des jüngsten EU-Innenminister-Treffens in Amsterdam am 25. Januar einen Bericht der Polizei-Behörde vor, in dem er vor massiven Gefahren im Zusammenhang mit dem IS warnt. In Anbetracht der Anschläge in Paris im November 2015 müsse man europaweit „mit einer Reihe groß angelegter Terroranschläge“ rechnen. Ziel der Terroristen sei es,  „massenhaft Opfer in der Zivilbevölkerung“ zu verursachen.

Wainright beruft sich dabei auf Erkenntnisse, die das im Januar 2016 neugegründete europäische Anti-Terrorzentrum gesammelt habe. Die Experten warnen demnach, dass „Europa momentan die größte Bedrohung durch internationalen Terrorismus innerhalb der letzten 10 Jahre erlebe“. Andererseits ist in dem Bericht nichts von konkreten Anschlägen zu lesen. Die Fachleute warnen nur davor, dass es im Moment eine allgemein erhöhte Terrorgefahr besteht - wenn man ehrlich ist, wusste man das aber auch schon vorher.

Fazit: Die Europol-Warnung vor IS-Terror ist richtig und sollte auch nicht einfach abgetan werden. Die Behörden versuchen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Gefahr vorzugehen - für den einzelnen Bürger ändert sich trotz der Warnung aber erst einmal nichts.

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