Facebook: „Ich erkläre hiermit folgendes“ – Reaktion auf neue Richtlinien teilen, bringt das was?

Martin Maciej 4

Wurden Kettenbriefe früher noch in Papierform in Briefkästen geworfen, sind nun vor allem Facebook und WhatsApp Quelle für Kettennachrichten verschiedenster Form. Ende Februar/Anfang März macht (wieder) eine Statusmeldung die Runde, in welcher man sich gegen angeblich neue Richtlinien bei Facebook durch das alleinige Posten der Meldung absichern und eigene Daten, Bilder etc. schützen möchte.

Der Wortlaut des Kettenbriefs:

Auch ich geh dann mal auf Nummer Sicher und erkläre hiermit folgendes:
heute am X.März 2016, in Reaktion auf die neuen Facebook Richtlinien. Gemäß den Artikeln l. 111, 112 und 113 des Strafgesetzbuchs, geistiges Eigentum, erkläre ich, dass meine Rechte an allen meinen persönlichen Daten, Zeichnungen, Bilder, Texte etc… nur bei mir liegen. Veröffentlicht auf meinem Profil ab dem Tag, an dem ich mein Konto erstellt habe. Die kommerzielle Nutzung erfordert vorher meine schriftliche Genehmigung!

Jeder kann diesen Text kopieren und einfügen in seiner persönlichen Facebook-Seite. Damit bist du unter dem Urheberrecht. Mit diesem Post lässt du Facebook wissen, dass das veröffentlichen, vervielfältigen, verbreiten, senden, oder auf irgendeine andere Weise Content aus deinem Profil streng verboten ist. Die oben genannten Artikel sind auch für Arbeitnehmer, Studenten, Agenten und / oder -- anderes Personal im Dienst von Facebook.
Der Inhalt von meinem Profil enthält private Informationen. Die Verletzung von meinem Privatleben wird bestraft unter Berücksichtigung des Gesetzes (UCC 1-308 1-308 1-103 und dem Statut von Rom).
Alle Mitglieder sind eingeladen, einen ähnlichen Beitrag zu setzen, oder wenn du willst, kannst du diese Nachricht kopieren und einfügen. Wenn du diese Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichst, wirst du stillschweigend zulassen, dass deine Fotos, sowie die Informationen in deinem Profil verwendet werden dürfen.

Hoaxes auf Facebook.

Facebook: Reaktion auf neue Richtlinien durch Status-Beitrag

Kern der Meldung ist, dass die eigenen Daten, Bilder und anderen Inhalte, die bei Facebook geteilt werden, geistiges Eigentum seien und der Social-Media-Gigant diese Daten nur nach vorheriger, schriftlicher Genehmigung nutzen darf.

facebook-richtlinien

Natürlich bringt das Teilen dieser Status-Meldung absolut gar nichts und ist rechtlich nicht haltbar. Bei der Anmeldung von Facebook bindet man sich an die Nutzungsbedingungen. Diese werden während des Registrierungsprozesses angezeigt, eine Zustimmung muss aktiv durch das Setzen eines Hakens durchgeführt werden. Die oben angeführten „Artikel I. 111ff.“ im Strafgesetzbuch gibt es nicht, schließlich setzen sich deutsche Gesetzbücher aus „Paragraphen“ zusammen. Sucht man nach dem Paragraphen 111 im StGB, ist hier die Rede von der „Öffentlichen Aufforderung zu Straftaten“, nicht jedoch von „geistigem Eigentum“ und „persönlichen Daten“.

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21 Beiträge, in denen alte Leute kläglich auf Facebook scheitern.

Facebook: Teilen der Nachricht bringt nichts

Im Ergebnis bedeutet dies:

  • Ist man mit der (kommerziellen) Verwendung von eigenen Inhalten durch Facebook nicht einverstanden, sollte man diese gar nicht erst im sozialen Netzwerk posten.
  • Alle eigenen Inhalte lassen sich in der Sichtbarkeit einschränken. Lest hierfür bei uns, wie man seine Privatsphäre in Facebook einrichten kann.
  • Die Wirkung der Facebook-Richtlinien wird durch die Anmeldung akzeptiert. Dies betrifft auch nachträgliche Änderungen. Wer mit den Inhalten nicht einverstanden ist, kann diesen lediglich durch eine Löschung seines Facebook-Profils entgehen.

Fazit: Das Teilen dieses oder anderer Kettenbriefe hat keinerlei Sinn. Wer sich allein durch eine Status-Meldung von den Facebook-AGB entbinden möchte, nervt höchstens seine Facebook-Freunde und bewirkt, dass solche Meldungen immer wieder neu bei Facebook auftauchen. Ähnliche Kettenbriefe gibt es bei Facebook fast genauso lange, wie das soziale Netzwerk selbst.

Bildquellen: www.BillionPhotos.com

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