Facebook: In Deutschland startet jetzt der Kampf gegen Fake-News

Stefan Bubeck 10

Spammer verdienen sehr viel Geld mit erfundenen Nachrichten, die in sozialen Netzwerken steil gehen und Unwahrheiten verbreiten – ein großes Problem, auf das Kritiker seit Monaten hinweisen. Facebook macht nun offenbar Ernst: In Deutschland beginnt das US-Unternehmen aufzuräumen und hat sich dafür Partner vor Ort gesucht.

Ist Michael Schumacher wirklich tot? Hat der Papst tatsächlich zur Wahl von Donald Trump aufgerufen? Diese Fragen sind Beispiele für Fake-News – Nachrichten, die zum Teil oder komplett erfunden sind und im Netz die Runde machen. Solche Lügen können manchmal relativ harmlos sein, sie können aber auch eine Gefahr darstellen, nämlich wenn die politische Meinungsbildung des Publikums auf Basis dieser modernen Märchen ensteht. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat im November 2016 seinen Sieben-Punkte-Plan gegen Fake-News vorgestellt, der nun auch in Deutschland umgesetzt wird.

Poynter und Correktiv: Unabhängige Faktenprüfer sollen helfen

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21 Beiträge, in denen alte Leute kläglich auf Facebook scheitern

In den kommenden Wochen soll ein Testlauf starten, der per Update auf die Facebook-Plattform eingespielt wird. Was uns erwartet:

  • Einfachere Meldungen von Fake-News für die Nutzer. In der oberen rechten Ecke von Beiträgen befindet sich der entsprechende Menüpunkt.
  • Finanzielle Anreize für Spammer bekämpfen: Facebook will die Geldflüsse über das eigene Werbenetzwerk austrocknen.
  • Zusammenarbeit mit Journalisten: Die unabhängigen Organisationen Poynter Institute und Correctiv sollen die Faktenprüfung durchführen.

David Schraven, deutscher Journalist und Gründer des gemeinnützigen Recherche-Büros „CORRECT!V“: „Wir haben nun mit Facebook vereinbart, dass wir in einem ersten Schritt sehen wollen, wie das Meldesystem für FakeNews auf Facebook funktioniert. Ist das ein gutes System? Ein System, mit dem wirklich FakeNews bekämpft werden können? Angebliche Falschmeldungen sollen bei Facebook markiert werden und wir schauen über ein Backend rein, ob die angeblichen Falschmeldungen tatsächlich Bullshit sind oder doch halbwahr oder Ok. FakeNews werden anschließend nicht gelöscht, sondern als dubios markiert. Ob dieses Modell dauerhaft funktioniert, wird sich herausstellen. Ich denke, es wird in jedem Fall ständig verbessert werden müssen. Wir müssen lernen.“

Die Fakten sollen also weder durch den Staat noch durch Facebook selbst geprüft werden, sondern durch eine unabhängige Institution. Erste Skepsis melden die Verantwortlichen selbst an. Schraven räumt ein, dass die zukünftige Finanzierung dieser Arbeit für den US-Konzern noch nicht endgültig geklärt ist. Aktuell fließt dafür kein Geld an Correctiv. Das gemeinnützige Recherchezentrum wird von Mitgliedsbeiträgen, private Spenden und Zuwendungen von Stiftungen getragen.

Quellen: Facebook, Correktiv

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Das steckt hinter Hoaxes, Fakes und Betrug im Internet.

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