„Was für ein Schrott, ständig stürzt die App ab!!!“ lauten so manche Play Store-Rezensionen der Facebook-App. Dass es sich hierbei gar nicht um eine schlecht programmierte App handelt, sondern um pure Absicht, berichtet The Information. So soll der Konzern die App absichtlich abstürzen lassen, um zu testen, wie hartnäckig man sie, trotz Problemen, weiterhin nutzt.

Beziehungstest deluxe: Warum nicht einfach mal den Menschen seiner Begierde über einen langen Zeitraum verärgern, um zu sehen, ob dieser bleibt. Ähnlich sieht ein Feldversuch des sozialen Netzwerks Facebook aus: Um zu testen, wie loyal die Nutzer der mobilen Anwendung sind, wurde kurzerhand ein Fehler in die App eingebaut. Dieser ließ die Facebook-App abstürzen – und das über lange Zeiträume. „Der Fehler hielt die Nutzer nicht davon ab, wiederzukommen“, zitiert The Information eine Person, die mit den Tests vertraut sein soll.

Plant Facebook seinen eigenen Appstore?

Doch warum das Ganze? Facebook will angeblich testen, ob Nutzer dem Netzwerk gegenüber loyal genug sind, alles auszuprobieren um sie weiterzunutzen und sich die App nötigenfalls sogar aus einem Drittanbieter-Store zu installieren.

Facebook selbst sieht noch keinen unmittelbaren Konflikt mit Google heraufziehen, man will aber für den Ernstfall gerüstet sein. Sinnvoll wäre das aber beispielsweise, um das eigene App-Ökosystem für den Facebook Messenger zu etablieren. Eine App, die einen eigenen Appstore enthält, darf Facebook laut Play Store-Regularien nicht über Google Play anbieten. Ähnliche Erfahrungen durfte auch Amazon schon machen. Nachdem man über die Amazon-App zeitweise auch Android-Anwendungen herunterladen konnte, entfernte Google die App kurzerhand aus dem Play Store. Mittlerweile gibt es die Amazon-App zwar wieder bei Google - aber nur ohne die Möglichkeit von App-Downloads. Die volle Version gibt es nur als APK direkt bei Amazon.

Zurück zu Facebook: Für solche Experimente mit seinen Nutzern sichert sich der Konzern sogar in den Nutzungsbedingungen ab. In diesen wird festgehalten, dass Nutzerdaten analysiert und für Recherchen genutzt werden dürfen. Bereits 2014 filterte Facebook die Posts in den Timelines, um zu prüfen, ob sich die Stimmung der angezeigten Posts auf die Person hinter dem Rechner oder Smartphone überträgt.

Quelle: The Information, via The Verge