Ein Mann hat über 1000 Profilbilder von verschiedenen sozialen Netzwerken, unter anderem auch von Facebook, ausgeschnitten, bearbeitet und sie dann auf einschlägigen Porno-Seiten ins Netz gestellt. Gegen den 35-jährigen Straftäter läuft jetzt ein Verfahren wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte - es drohen bis zu zwei Jahre Haft.

Facebook ist immer wieder für Überraschungen gut - leider oft auch für unschöne. Der Fall eines 35-jährigen Sex-Fetischisten sorgt derzeit im oberpfälzischen Kemnath für Aufregung. Die Polizei erwischte den Mann, der über 1000 Fotos von Frauen auf anrüchigen Porno- und Sexseiten veröffentlicht haben soll - natürlich ohne diese vorher gefragt zu haben. Die Fotos stammten von diversen sozialen Netzwerken, darunter auch Facebook.

Businesswoman observing a laptop with a magnifying glass

Mann stellt Facebook-Profilbilder auf Pornoseiten ein

Die Zeitung Nordbayerischer Kurier berichtete zuerst über den Fall. Den Angaben der Zeitung zufolge, klaute der Mann die Bilder von Facebook und Co. und bearbeitete sie anschließend, so dass sie wie echte Pornobilder aussahen. Dabei schnitt er die Gesichter der meist jungen Frauen aus den Original-Fotos aus und fügte sie dann in Sexszenen wieder ein. Anschließend veröffentlichte er sie auf einschlägigen Internet-Porno-Portalen. Insgesamt 1439 Fotos soll der 35-jährige Mann hochgeladen haben - darunter auch manipulierte Bilder von Prominenten.

Facebook Thumbs Down Banner

Diese sind aber nicht der eigentliche Stein des Anstoßes und der Grund warum die Polizei derzeit ermittelt. Unter den Bildern befinden sich nämlich auch zahlreiche Bilder von jungen Frauen aus der Oberpfalz - die Fotos zeigen die Betroffenen in aufreizender Kleidung und anstößigen Sex-Szenen. Verständlicherweise fürchten die Frauen jetzt um ihren guten Ruf und um ihre Karriere. Wegen schwerwiegender Verletzung der Persönlichkeitsrechte drohen dem Mann daher auch bis zu zwei Jahre Haft.

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Facebook-Täter ist Wiederholungstäter

Der 35-jährige, der im Internet auch unter dem Namen Panty (Unterhöschen) bekannt war, ist offenbar ein Wiederholungstäter, der nicht nur im Netz auf die Jagd nach neuem „Material“ ging. Im Zuge eines Geständnisses gab der Mann zu, dass er auch im „Real-Life“ Frauen abfotografierte.  So soll er in Umkreis seines Wohnorts Teenies im Dirndl und beim Feiern abgelichtet haben. Auf seiner Internetseite prahlte er zudem damit, dass er es mindestens einmal geschafft habe, eine Frau unter ihrem Rock zu fotografieren.

Auswertung der Daten läuft noch

Die Auswertung der beschlagnahmten Fotos läuft derzeit noch. Immerhin soll der Mann bereits geäußert haben, dass er professionelle Hilfe benötige. Das Motiv des Sex-Täters ist aber noch nicht genau bekannt. Norbert Weinhold, Gründer des Vereins zum Schutz der digitalen Identität WakeupInternet mutmaßt: „Für diese Täter sind Frauen Objekte ohne Wert.“ Dabei müsse man zwischen verschiedenen Tätergruppen unterscheiden: Die eine Gruppe lebe weit von den Betroffenen entfernt und wolle auf diese Art und Weise schnelles Geld erpressen. Die weitaus größere Täter-Gruppe lebe aber lokal im Umfeld der Opfer.

Absoluten Schutz gegen solche Täter wird es wohl nicht geben - lest bei uns aber, was ihr machen könnt, wenn euer Facebook-Account gehackt wurde. Wir zeigen euch außerdem, was beim Facebook-Account-Hacken überhaupt technisch möglich ist.

Bildquellen: Ollyy, Africa Studio