Nun wird also mit „vielen Millionen Dollar“ der Schutz von Facebook-Nutzerdaten verbessert, wie Zuckerberg gegenüber Recode erläutert. Zu den konkreten Änderungen bei Facebook gehört:

  • Apps von Drittanbietern werden eingeschränkt: Sie sollen zukünftig nur noch auf Name, Email-Adresse und Profil-Foto zugreifen dürfen.
  • Anwendungen, die Zugriff auf große Datenmengen hatten, werden untersucht. Entwickler, die „persönlich identifizierbare Informationen missbrauchen“ werden verbannt, die betroffenen Nutzer sollen informiert werden.
  • Den Nutzern soll nächsten Monat eine „einfache Möglichkeit am oberen Rand des Newsfeeds“ angeboten werden, die Zugriffsrechte von Apps einzusehen und einzuschränken.
  • Facebook will sich auch der Regulierung durch US-Behörden unterwerfen, Zuckerberg wäre sogar bereit, vor dem US-Kongress auszusagen. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC hat bereits eine Untersuchung eingeleitet, die Facebook ernsthaft gefährden könnten: Ein Datenschutz-Verstoß kann pro Einzelfall mit bis zu 40.000 US-Dollar Strafe geahndet werden.

Facebook-Datenskandal: Der Haken an der Sache ist das Geschäftsmodell

Alles wird gut? Nun, da gibt es eine entscheidende Einschränkung: Das Geschäftsmodell von Facebook basiert fast ausschließlich auf Werbung. Um den Nutzern passende Werbung anzuzeigen, führt wohl auch zukünftig kaum ein Weg an der Auswertung von Nutzerverhalten und -daten vorbei. Das Manager Magazin stellt bei der Analyse von Zuckerbergs Aussagen treffend fest: „Die Pläne von Facebook sehen offenbar nicht vor, die Nutzung von Mitgliederdaten für Werbezwecke deutlich einzuschränken.“

Tatsächlich ist in Zuckerbergs Schwall aus Entschuldigungen, Demut und Gelob zur Besserung nur zu entnehmen, dass es böswilligen Entwicklern und ihren Apps an den Kragen gehen soll. Das Thema Werbung ist also erstmal noch offen und alles bleibt wohl so, wie es jetzt ist. Das betrifft auch die populäre App Instagram, die zum Facebook-Konzern gehört – sie dürfte „geschützt“ sein, denn sie werde von den Nutzern als unabhängiger Kanal wahrgenommen, so Brad Wellen von der Digital-Marketing-Agentur Huge.

„Facebook und Instagram sind aus Werbeperspektive im Grunde ein und dasselbe, da Instagram-Anzeigen aus der Facebook-Plattform heraus laufen“, erläutert Katy Lucey von der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Elite SEM. „Sie verwenden das gleiche Targeting. Wenn also Facebook sein Datenproblem aufklärt und auch, was das für das Werbeprodukt bedeutet, könnte es Auswirkungen auf Instagram haben. Aber das wird wahrscheinlich nicht so bald passieren.“

Was soll man als Nutzer nun tun? Schnell den Facebook-Account löschen, Instagram auch oder wenigstens mal alle persönlichen Daten herunterladen – darauf gibt es keine pauschal gültige Antwort. Es bleibt uns die Erkenntnis: „Facebook ist ein Werbeunternehmen, das sich als soziales Netzwerk ausgibt“, wie James Ball von der britischen Ausgabe der GQ feststellt. Anders ausgedrückt: Wir Nutzer sind bei Facebook nicht die Kunden, sondern das Produkt. Es ist an der Zeit, dass Mark Zuckerberg das endlich mal zugibt.

Quellen: Tagesschau, CNN, Recode, Statista (Grafiken), Manager Magazin, Ad Week, GQ