Facebook Spaces: Echte Freunde in der virtuellen Realität treffen

Stefan Bubeck

Sprechen, lachen, Selfies schießen, gemeinsam malen oder nur rumblödeln – Facebook möchte all das in die virtuelle Realität übertragen.

Facebook Spaces: Virtuelle Realität mit Freunden.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat auf der Entwicklerkonferenz F8 (18. und 19. April 2017 in San Jose) nochmals klar gemacht, was die Branche ohnehin schon denkt: Virtuelle Realität ist einer der wichtigen Trends, der unseren Alltag verändern wird. Bevor aber ein Konkurrent das „Facebook für die virtuelle Realität“ gründet und dem Social-Media-Platzhirsch den Rang streitig machen könnte, schafft Zuckerberg Tatsachen und startet eine eigene VR-Anwendung.

Facebook Spaces: Du bist ein Avatar in einer 360-Grad-Welt

„Trefft euch, habt Spaß und teilt Erfahrungen mit Menschen, die ihr gerne habt“ – die Beschreibung von Facebook Spaces klingt wie ein Aufruf gemeinsam auszugehen. So ähnlich ist es dann auch, allerdings mit einem Oculus Rift Headset auf dem Kopf und ohne tatsächlich vor die Türe zu treten. Die Beta-Version von Spaces ist ab sofort auf der Oculus-Webseite verfügbar (1,35 GB) und unterstützt den Controller Oculus Touch.

In der virtuellen Realität ist der Benutzer ein Avatar im Comic-Stil und riesigen Händen. Die optische Basis dazu bildet eines der eigenen Portraitfotos auf Facebook, der dann automatisch generierte Avatar lässt sich noch anpassen (z.b. Augenform und -farbe), falls die erste Version zu sehr daneben liegt.

Die virtuelle Realität in Spaces ist weniger abgefahren und dynamisch, als man vielleicht erwarten könnte. Die Besucher landen nicht in einem Paralleluniversum, das unendlich groß ist oder sich wie ein (Open-World-)Videospiel entdecken ließe – es ist viel einfacher aufgebaut. Zentrum des Geschehens ist eine Art Tisch, an dem sich bis zu vier Freunde gemeinsam treffen. Dann guckt man sich Fotos an, zeichnet lustige Skizzen, hört Musik oder schießt Selfies. Die Umgebung besteht aus einem 360-Grad-Foto, Facebook stellt hier eine Vorauswahl bereit, es lassen sich aber auch eigene „Spaces“ anlegen. Also eher eine kleine gemütliche Runde unter Freunden, als eine zweite Realität, in der man sich verlaufen oder verlieren könnte. Wer keine Oculus Rift besitzt, kann vom Host eingeladen werden und per Smartphone am Treffen teilnehmen.

Andere Plattformen, abseits von Oculus, werden derzeit noch nicht unterstützt, Facebook hat aber bereits angekündigt, den Service erweitern zu wollen. Alles in allem kann Facebook Spaces momentan nur als Startpunkt eines größeren Plans verstanden werden. Mark Zuckerberg selbst hat sich dahin gehend geäußert, dass virtuelle Realität noch einen langen Weg vor sich habe und fünf bis zehn Jahre der technischen Entwicklung von Nöten sind.

Quellen: Oculus, Facebook

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