Facebook verrät: Diese Daten füttern die „Personen, die du vielleicht kennst“-Funktion

Florian Matthey 3

„Wie zur Hölle kann Facebook das wissen?“ – ein Gedanke, der uns allen immer wieder kommt. Vor allem die „Personen, die du vielleicht kennst“-Funktion ist uns manchmal fast unheimlich. Facebook hat jetzt erklärt, wie dieses Feature funktioniert.

Gerade auf der Straße getroffen – und dann bei Facebook gesehen

Die „Personen, die du vielleicht kennst“-Funktion mag manchmal ganz praktisch sein, manchmal lässt sie aber die Frage aufkommen, ob Facebook nicht zu viel über uns weiß. Mir zeigte Facebook beispielsweise einmal eine Maklerin an, die ich für meine letzte Wohnungssuche kontaktiert hatte – sonst aber nie.

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Kurt Wagner und Jason Del Rey von Recode haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Zum Teil waren diese aber noch „unheimlicher“: Einer von ihnen sah zum Beispiel einen Bekannten auf der Straße, ohne diesen jedoch anzusprechen; noch am selben Tag tauchte er in der Facebook-Liste auf. Ein ähnlicher Fall: Man sitzt im Wartezimmer des Büros eines Bekannten, der dann plötzlich an der Spitze der Liste steht.

Diese Vorkommnisse nahmen die Journalisten als Anlass, mal bei Facebook nachzufragen, wie das Feature funktioniert und auf welche Daten Facebook hierfür zurückgreift. Eines vorweg: Die „auf der Straße getroffen“- und „im Wartezimmer gesessen“-Beispiele lassen sich nicht so erklären, dass Facebook die Positionsdaten einzelner Personen miteinander vergleicht; also Personen vorschlägt, die sich vor kurzem am selben Ort befunden haben: Facebook nutzt diese Daten für die Vorschläge nicht mehr. Zuvor gab es sogar Berichte, denen zufolge sich Patienten von Psychotherapeuten so gegenseitig bei Facebook entdeckten, wobei unklar ist, ob die Arbeit von Facebooks Datenauswertungs-Algorithmen tatsächlich so weit ging.

Facebook beteuert: „Wir benutzen keine Positionsdaten“

Positionsdaten benutzt Facebook also für „Personen, die du vielleicht kennst“ nicht. Wohl aber Kontaktdaten: Wer Facebook beispielsweise über die Messenger-App erlaubt, die eigenen Kontakte auf dem Smartphone auszulesen, füttert so diese Funktion mit Daten. Auch wenn man dies nicht selbst erlaubt, es jedoch andere Personen tun, kann Facebook so eine Verbindung herstellen. Wahrscheinlich hat die Immobilienmaklerin mich damals vorübergehend ihren Kontakten hinzugefügt – dem Facebook-Sprecher zufolge sind vor allem neu hinzugefügte Telefonnummern für die Vorschläge-Funktion interessant.

Wichtigste Datenquelle: das Adressbuch

Andere Daten nutzt Facebook dem Sprecher zufolge aber nicht: Beispielsweise werten die Smartphone-Apps nicht aus, wen der Benutzer anruft oder wem er eine SMS schickt – obwohl eine solche Auswertung zumindest mit Android möglich wäre. Auch schaut sich Facebook für diese Funktion nicht mit Hilfe von Cookies die Web-Aktivitäten eines Benutzers an. Wenn also jemand bei Facebook auftaucht, dessen Profil man zuvor bei LinkedIn oder Xing aufgerufen hat, dann ist dies Zufall – oder lässt sich dadurch erklären, dass diese Person vielleicht die eigene Telefonnummer zu ihren Kontakten hinzugefügt hat.

Außerdem weiß Facebook auch nicht, wem man zuletzt eine E-Mail geschickt oder von wem man zuletzt eine E-Mail empfangen hat. Allerdings gibt es hier einen Umweg, über den Facebook doch indirekt an die Daten kommen kann: Wenn man seine Kontakte beispielsweise mit Google synchronisiert und Gmail nutzt, kann es sein, dass Gmail Daten über die per E-Mail kontaktierten Personen im Adressbuch abspeichert. Wenn sich diese Daten wiederum auf einem Smartphone befinden, kann der Facebook Messenger darauf zugreifen.

Quelle: Recode

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