Kommentar: Facebook ist kaputt und hier ist der Beweis

Stefan Bubeck 1

Meine Facebook-Nutzung ist in den letzten zwei Jahren eingebrochen. Bin ich der Einzige? Nein. Die Bestätigung dafür liefert Facebook freundlicherweise selbst.

Kommentar: Facebook ist kaputt und hier ist der Beweis
Bildquelle: istock.com/Pavel Talashov / Pixabay (Logo).

Das Ende von Facebook herbeizureden, das haben schon viele Journalisten versucht. Seit Jahren wird der Untergang des größten und wichtigsten sozialen Netzwerks der Welt prophezeit. Einer der bekanntesten Ansätze war ein wissenschaftlich angehauchter Vergleich mit dem typischen Verlauf von Epidemien, die nach dem Durchqueren eines Hochpunkts irgendwann wieder verschwinden. Laut dieser These ist 2017 das Jahr des Zusammenbruchs – nur ist Facebook, ganz anders als etwa die Pest, noch immer da und quicklebendig. Aber ist das vielleicht nur ein Trugschluss?

Facebook ruft seine Benutzer zur Reparatur

„Mache Facebook zu deinem Facebook“ – so der Slogan der Werbekampagne, die den Benutzer dazu aufruft, seinen Activity-Stream selbst aufzuräumen. Zu sehen ist sie aktuell fast überall, als Spot im Fernsehen (RTL, Pro Sieben, Sat.1) und als Printanzeige in Zeitungen (FAZ, Süddeutsche Zeitung) und Zeitschriften (Stern, Spiegel). Die Marketing-Offensive ist nicht neu, bereits 2015 wurde sie ins Leben gerufen, nun hat sie der kalifornische Konzern nach einigen Monaten Pause reaktiviert. So oder ähnlich sieht das dann aus:

Wir Nutzer sollen uns also nicht darüber aufregen, dass wir „von Heizdeckenwerbung verfolgt“ werden oder uns „die ganzen Poser-Fotos auf die Nerven“ gehen. Nur ein paar Klicks – und schon können wir unsere Facebook-Erfahrung verbessern. Dir fehlt der Anspruch? Dann abonniere doch ein paar Museen und Galerien. Du willst den „Spinnern“ entkommen? Dann blockiere sie einfach!

Das und mehr trichtert uns das soziale Netzwerk ein, die Botschaft ist ein Appell an die Eigenverantwortung der Benutzer. Eigentlich eine gute Sache – oder?

Diese Kampagne und ihr Slogan sind ein Alarmsignal. Denn wären alle Nutzer glücklich, dann müsste Facebook nichts dergleichen unternehmen. Man kann davon ausgehen, dass diese Aktion intern mit handfesten Zahlen untermauert wurde. Statistische Anzeichen, die ein großflächiges Handeln erforderlich machen und zweifelsfrei rechtfertigen – egal, wie viel das kostet. Wichtig ist es, die Benutzer nicht zu verlieren.

Die Imagekampagne ist eine tolle Idee, aber

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