M: Facebooks Antwort auf Google Now und Siri mit integriertem Butlerdienst

Kaan Gürayer

Neue Konkurrenz für Google Now, Siri und Cortana: Auch Facebook steigt in den Markt der digitalen Assistenten ein. Der bislang auf den schlichten Namen „M“ getaufte Service wird in den Facebook Messenger integriert. Anders als die Mitbewerber von Google oder auch Apple, werden bei Facebook M die Anfragen aber nicht ausschließlich von Algorithmen bearbeitet, sondern auch von Menschen. Dadurch soll Facebooks Assistent auch komplexe Aufgaben erledigen und beispielsweise Restaurantreservierungen buchen oder Geburtstagsgeschenke organisieren können. 

M: Facebooks Antwort auf Google Now und Siri mit integriertem Butlerdienst

Erste Gerüchte über einen digitalen Assistenten von Facebook sind bereits vergangenen Monat aufgekommen. Damals hieß es, das soziale Netzwerk arbeite unter dem Codenamen „Moneypenny“ an einer eigenen Antwort auf Google Now, Apples Siri oder der von Halo inspirierten Assistentin namens Cortana, die seit kurzem auch für Android verfügbar ist. Jetzt hat der verantwortliche Projektmanager David Marcus die Katze aus dem sprichwörtlichen Sack gelassen und „M“ vorgestellt.

Im Kern handelt es sich bei „M“ um eine Mischung aus einem vollkommen automatisierten Assistenten wie Google Now oder Siri und Butler-Apps, wie wir sie bereits vom amerikanischen Service „Magic“ oder dem deutschen Pendant „GoButler“ kennen. Sind die Anfragen an „M“ also so komplex, dass sie die Künstliche Intelligenz (KI) nicht beantworten kann, springen eigens von Facebook angestellte Profis ein und übernehmen das Anliegen. Das soll einerseits einen reibungslosen Ablauf garantieren, andererseits wird das KI-System auf diese Weise trainiert, sodass es in Zukunft ähnliche Anfragen selbstständig beantworten kann.

Der Nutzer, der „M“ über den Facebook Messenger erreichen kann, erkennt dabei nicht, ob die Antworten von der Maschine oder einem Menschen stammen. Bislang hat „M“ keinen Zugriff auf die persönlichen Daten, die im Profil des Nutzers hinterlegt sind. Ein Wunsch à la „Ich brauch ein Hochzeitsgeschenk für meine Ehefrau“ würde also Folgefragen nach dem Alter oder den Hobbies nach sich ziehen – trotz der Tatsache, dass jene Angaben möglicherweise im Profil der Gemahlin bereits ersichtlich sind. Ob sich das in Zukunft ändert und „M“ auch Einblick in die persönlichen Daten des Nutzers erhält, ist noch offen.

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Für die Nutzer ist „M“ kostenlos – Facebook selbst möchte an den Transaktionen verdienen, die in Zukunft über seinen Assistenten laufen werden. Wenn also Flugtickets über „M“ gebucht oder Geburtstagsgeschenke gekauft werden, würde das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen ein paar Prozente vom Verkaufspreis abzwacken und dadurch den Service finanzieren. Außerdem erhofft sich Facebook, den hauseigenen Messenger durch „M“ weiter als Kommunikationsplattform für Unternehmen etablieren zu können.

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Facebook „M“: Langsamer Rollout

Derzeit wird Facebooks Assistent mit einer sehr kleinen Benutzergruppe im Raum San Francisco getestet, wie David Marcus, Vice President of Messaging Products bei Facebook, gegenüber Wired mitteilt. Laut Marcus werde „M“ Stück für Stück auf mehr Nutzergruppen ausgeweitet, sodass irgendwann alle 700 Millionen Facebook Messenger-Nutzer den neuen Assistenz-Service nutzen könnten. Wann das der Fall sein wird, ließ der ehemalige PayPal-Chef allerdings offen. Angesichts dessen, dass der Service zumindest aktuell noch sehr personalintensiv zu sein scheint, dürfte sich der Rollout wohl aber sehr langsam vollziehen.

Quelle: Wired

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