Facebook zu besuchen macht mir keinen Spaß mehr: Mir scheint, das Portal selbst ist nicht überzeugt davon, dass der mir vorgesetzte Neuigkeiten-Stream etwas taugt. Zeit, etwas dagegen zu tun.

Scrolle ich durch meinen Neuigkeiten-Stream auf Facebook, bin ich eine Mischung aus gelangweilt und genervt: Einzelschicksale von Personen und Tieren, die mir kein bisschen bekannt sind. Ein ständiger Appell an die Neugierde – nur um mich auf eine andere Webseite zu locken („und was dann geschah, ist unglaublich“). Dumme Menschen machen dumme Aktionen, um die Aufmerksamkeit von anderen dummen Menschen zu erlangen. Nachrichten, die mich überhaupt nicht interessieren und im entferntesten berühren. Bilder mit Sprüchen auf Grundschulniveau. Verunglimpfung von Personen. Pseudo-Aufreger ...

Nicht nur solche, aber eben zu viele derartige Nachrichten geistern über meinen Kanal. Über deinen auch (Umfrage siehe unten)?

Facebook-Neuigkeiten: Woher kommt der ganze Müll?

Aber wer spült mir den ganzen Quatsch auf die Seite? Das alles muss doch von meinen „Freunden“ kommen, oder nicht?

Abgesehen von ein paar Werbeanzeigen hat tatsächlich immer einer meiner Kontakte die Finger im Spiel: Teilen, Liken, Kommentieren (egal ob dafür oder dagegen). Sehe ich genauer hin, stelle ich fest: Viele einzelne Posts sind gar nicht komplett uninteressant. Erst in der Summe ergibt sich eine langweilige Müllhalde.

Ich erkenne: Selbst wenn ich die selben Interessengebiete wie alle (!) meine Kontakte hätte, wäre ich nicht mit der Themenauswahl zufrieden. Unterschiedliche Nutzer nutzen Facebook unterschiedlich. Der eine sieht den Neuigkeiten-Stream als seine Informationsquelle Nummer 1 und freut sich über die Artikelempfehlungen von Freunden. Urlaubsbilder nerven ihn. Der andere (wie ich) besucht das Portal, um mit den Leuten in Kontakt zu bleiben, mit denen man nicht täglich zu tun hat. So, wie Facebook mal wie vor ein paar Jahren war. Geteilte Nachrichten-Artikel nerven ihn, für solche Informationen besucht er andere Webseiten. 

Ein anderer wiederum will nur unterhalten werden, egal auf welche Weise.

Manch Nutzer wird auf Facebook aktiv (posten) und passiv (lesen) unterschiedlich agieren: Ein interessanter Artikel aus dem Web bewertet er schnell mal mit einem Daumen nach oben und blendet ihn somit eventuell bei Freunden ein. Selbst möchte er so etwas aber gar nicht unbedingt in seinem Stream sehen.

Bin ich für meinen Facebook-Feed selbst verantwortlich? Ja, und nein. 

Leider spielt Facebook mir nicht nur die Meldungen der Webseiten aus, die ich selbst mit „Gefällt mir“ markiert habe. Es reicht schon, wenn ein Kontakt einen Artikel mit „Gefällt mir“ kennzeichnet – und schon kann er in meinem Feed erscheinen.

Kann – muss aber nicht.

facebook-doofe-news
Manch einer findet so etwas doof, manch einer superlustig...

Facebook zeigt jedem Nutzer nur einen Teil der verfügbaren Meldungen an. Die Auswahl an Posts, Fotos, geteilten Artikel, Likes ist so groß, dass das Portal versuchen muss, die wichtigen zu identifizieren. Klicke ich auf einen geposteten Link oder sehe ich mir ein Video an, ist das für das Netzwerk das Signal: Gib ihm mehr davon.

Dass die Automatiken von alleine den jeweiligen Nutzergeschmack treffen können, daran glaubt nicht einmal Facebook selbst. Seit ein paar Wochen bewirbt das Portal (zumindest in meinem Stream) intensiv die Möglichkeit, auf die Auswahl manuell Einfluss zu nehmen: Themen ausblenden, Posts von einzelnen Kontakten komplett abbestellen etc. 

Jeder Nutzer kann nicht nur durch die Auswahl seiner „Freunde“, sondern auch durch den Umgang mit den Nachrichten seinen Neuigkeiten-Stream beeinflussen. Leider muss man aktiv tätig werden: In den letzten Jahren hat sich die Auswahl immer mehr von alleine verändert. Sich den ursprünglichen, privaten Flair des Netzwerks zu erhalten beziehungsweise zu erarbeiten, halte ich dennoch für schwer möglich.

Für einen erträglichen Facebook-Feed: Was ist zu tun?

Nein, ich möchte nicht deshalb gleich mein Nutzerkonto auflösen. Ich werde aber:

  • Einige „Freundschaften“ aufheben – oder zumindest das Abonnement.
  • Viele Posts ausblenden.
  • Und warum nicht auch: Facebook seltener aufsuchen.

Denn natürlich möchte ich weiterhin die positiven Seiten von Facebook ausnutzen, sprich: Erlebnisse von Bekannten mitverfolgen, Veranstaltungen einsehen, Gruppenkommunikation und Chats nutzen etc. Die Ausgliederung der Nachrichten-Funktion in den Facebook Messenger war so gesehen keine schlechte Idee: Über Facebook chatten, ohne Facebook besuchen zu müssen ...

Meine Facebook-Neuigkeiten dagegen sehe ich zur Zeit vor allem als Zeitverschwendung, Aufreger und gleichzeitig Langeweiler. Mein Facebook ist kacke.  

Wie ergeht es euch mit eurem Neuigkeiten-Stream? Alles in Butter oder alles ätzend? Nehmt an der folgenden Umfrage mit 7 Fragen teil. Das aktuelle Zwischenergebnis seht ihr auf der letzten Seite.

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