Snowden: „Hört auf, euch auf Facebook zu verlassen!“

Stefan Bubeck 2

Ein einzelnes Unternehmen sollte nicht die Macht haben, unsere Meinungen zu manipulieren: Whistleblower Edward Snowden hat gute Gründe, uns erneut zu warnen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der ehemalige CIA-Mitarbeiter Snowden vor sozialen Netzwerken wie Facebook warnt. Diese Woche hat der 33-Jährige auf der Real Future Fair seine Haltung im Videochat bekräftigt. Angesichts der Ereignisse der letzten Wochen ist das kein Wunder.

Nachdem Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl gewonnen hat und damit selbst ausgewiesene Politikexperten überraschen konnte, häufen sich in den Medien Berichte über das Fake-News-Problem: Ein großer Teil der „Nachrichten“, die Millionen von Menschen täglich lesen und auf Plattformen wie Facebook teilen, sind erfunden. Der konservative Flügel und der Hardliner Trump könnten maßgeblich davon profitiert haben. Hinter den erfundenen Artikeln steckt nicht selten ein ausgeklügeltes System, wie das Beispiel der Pro-Trump-Fake-News-Produktion mazedonischer Teenager zeigt, das kürzlich von Buzzfeed aufgedeckt wurde. Es geht es um sehr viel Geld und es geht um die Macht über die politische Meinungsbildung potentieller Wähler.

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21 Beiträge, in denen alte Leute kläglich auf Facebook scheitern

Snowden: Die Fake-News sind nicht das Problem, es sind die Wähler

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg behauptete letzte Woche im Interview, dass „99 Prozent der Inhalte“ auf Facebook echt seien, nur ein sehr kleiner Teil davon seien Fake und Hoaxes. Eine Aussage die derzeit heftig in den US-Medien diskutiert wird. Sicher und für jeden nachvollziehbar ist der Umstand, dass Hoaxes nach Social-Media-Maßstäben – also Likes und Shares – äußerst erfolgreich sind.

Passend dazu, hat auch hier mal wieder Buzzfeed untersucht, was Sache ist: Die zwanzig erfolgreichsten Meldungen großer Nachrichtenseiten (New York Times, Washington Post, etc.) wurden mit den zwanzig erfolgreichsten Lügengeschichten extrem-parteilicher Seiten im Zeitraum vor der US-Wahl verglichen. Die Feststellung: Die Fake-News konnten die Wahrheit in Sachen Social-Media-Performance in der finalen Phase des Wahlkampfs überholen. Die Daten der Untersuchung sind als Google-Sheet öffentlich einsehbar.

Edward Snowden sieht das Hauptproblem nicht darin, dass es Falschmeldungen gibt. Er sieht die Ursache für die heutige Situation vielmehr darin, dass die Menschen sich zu sehr auf die Newsstreams der führenden Angebote wie Facebook oder Twitter verlassen. Für manche ist Facebook gar die einzige Nachrichtenquelle. „Ein einziges Unternehmen zu haben, das genug Power hat, um unsere Denkweisen zu formen – ich denke nicht, dass ich beschreiben muss, wie gefährlich das ist“, so Snowden.

Die Lösung: Mehr Flexibilität und mehr Wettbewerb

„Es scheint keine Alternative zu den großen Anbietern zu geben. Das liegt an Netzwerkeffekten und Vorteilen, die der Erste mit einem neuen Produkt am Markt hat. Wenn man es einmal geschafft hat, ein Google oder ein Facebook oder Twitter zu platzieren, dann scheinen sie nie mehr zu verschwinden.“, bemängelt Snowden den fehlenden Wettbewerb und warnt vor der Macht der Platzhirsche. Die Menschen sollen sich demnach nicht auf eine einzige Nachrichtenquelle wie Facebook verlassen.

„Wenn ein Dienstanbieter eine schlechte Entscheidung trifft, dann leiden wir alle darunter.“ Snowden schlägt als Lösungsansatz eine Art Sammlung von Nachrichtenströmen aus verschiedenen sozialen Netzwerken vor, in der die Fake-News und Hoaxes versickern und die wahrheitsgemäßen Berichte nach oben gelangen.

Facebook hat mittlerweile verkündet, den Fake-News den Zufluss von Werbegeldern abdrehen zu wollen.

Quellen: Scribblrs, Fusion

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Video: Hoaxes auf Facebook

Hoaxes auf Facebook.

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