WhatsApp-Übernahme: EU-Kommission bezichtigt Facebook der Lüge

Rafael Thiel 1

Die EU-Kommission legt offiziell Beschwerde gegen Facebook ein und fordert eine Stellungnahme des Konzerns. Bei der Übernahme von WhatsApp sollen falsche Angaben getätigt worden sein.

WhatsApp-Übernahme: EU-Kommission bezichtigt Facebook der Lüge

Im August dieses Jahres kündigte der US-Konzern an, Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern mit Facebook-Konten abzugleichen. Das soll zu einem besseren Service führen, da Facebook so etwa passendere Freundschaftsvorschläge und relevantere Werbung anzeigen kann. Die Reaktion der Datenschützer ließ nicht lange auf sich warten. Zuletzt musste Facebook die Datenweitergabe von WhatsApp-Nutzern aussetzen. Doch offenbar hat auch die EU-Kommission ein Wörtchen mitzureden.

Im Rahmen der Übernahme von WhatsApp erklärte Facebook, dass ein zuverlässiger automatischer Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten beider Dienste nicht möglich sei. Diese Angabe von 2014 ist nach heutiger Ansicht der EU-Kommission bewusst irreführend. So „befürchtet die Kommission zum jetzigen Zeitpunkt, dass Facebook der Kommission gegenüber vorsätzlich oder fahrlässig falsche oder irreführende Angaben gemacht und damit seine Verpflichtungen nach der EU-Fusionskontrollverordnung verletzt hat.“, das der Inhalt einer Passage der offiziellen Presseerklärung der Behörde.

Facebook drohen Geldbußen in dreistelliger Millionenhöhe

Bis zum 31. Januar 2017 hat Facebook nun Zeit zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Falls sich diese „vorläufigen Bedenken der Kommission“ bewahrheiten, drohen Facebook eine Geldbuße in Höhe von 1 Prozent des Konzernumsatzes. Im Jahr 2015 lag dieser bei rund 17,9 Milliarden Euro. Die Freigabe der Akquisition von WhatsApp „bleibt […] in vollem Umfang wirksam und wird von der laufenden Prüfung nicht berührt“, da diese „nicht nur auf dieser Grundlage beschlossen“ wurde.

Quelle: Europäische Kommission Presseerklärung via Golem

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