„Bald wird WhatsApp in Facebook integriert“ - NEIN! (Kommentar)

Martin Malischek 9

Fast täglich liest man den Satz „Bald wird WhatsApp in Facebook integriert“ in diversen Kommentaren zu den beiden Diensten. Warum dies meiner Meinung nach nicht so sein wird.

„Bald wird WhatsApp in Facebook integriert“ - NEIN! (Kommentar)

Als Facebook WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar gekauft hatte, war der Aufschrei groß. Nicht ganz zu Unrecht: Facebook gilt gemeinhin als Datenkrake, die ihr Geld mit besonders gut personalisierten Werbeanzeigen und dergleichen verdient.

„Whatsbook Messenger“: Noch Mehr Einnahmen?

Daher liegt der Schluss für einige nahe, dass Facebook die beiden Dienste (Facebook Messenger und WhatsApp) bald zusammenführt, um so an noch mehr Daten zu gelangen. Außerdem möchte das „Zuckerberg-Universum“ mit dem Facebook Messenger ohnehin Einnahmen durch Werbeanzeigen generieren.

Und mit einer Verknüpfung der weitaus kleineren Zahl von WhatsApp-Nutzern könnte man theoretisch noch mehr Geld verdienen, aber die Rechnung geht nicht auf: Würde man die Nutzer dazu zwingen, ihr WhatsApp-Profil mit dem des Facebook Messengers zu verknüpfen, würden wohl nur die wenigsten dieser Aufforderung folgen. Und die, die kein Facebook-Konto besitzen, werden den Dienst einfach nicht weiter nutzen.

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Verschmelzung von WhatsApp & Facebook: Über 400 Millionen Euro Verlust

Mit einer Deaktivierung des WhatsApp-Dienstes brechen des Weiteren die Einnahmen des Messenger-Riesen weg. Geht man hier von 0,89€ im Jahr pro Nutzer aus, wäre das ein jährlicher Verlust von schlappen 405 Millionen Euro. Warum also sollte man sich einen Dienst für 19 Milliarden US-Dollar kaufen, um durch die Verschmelzung der Dienste ein negatives Image sowie geprellte Nutzer hervorzurufen?

Außerdem: Warum sollte man sich überhaupt irgendetwas kaufen, um es dann einzustampfen? Aber dazu später mehr. Des Weiteren drängt Facebook Gerüchten zufolge die Entwickler von WhatsApp dazu, einen VoIP-Service zu implementieren, weshalb die Server in den letzten Monaten mehrmals ausfielen. Zusätzlich hörte man oft genug von beiden Unternehmen, dass der Dienst erst mal unverändert bestehen bleiben wird.

Vergleich mit Instagram: Ähnliche Gerüchte, die nicht eintrafen

Vergleichbar ist das ganze Szenario auch mit Instagram, welches im Jahr 2012 von Facebook für eine Milliarde Dollar gekauft wurde. Hier versprach das Unternehmen den Nutzern auch, den Dienst weiter zu betreiben. Auch in diesem Fall war häufig zu lesen, dass damit gerechnet werde, Facebook würde den Dienst stark mit seinem sozialen Netzwerk verknüpfen oder zumindest entscheidend verändern. Hier ist das bis dato, über zwei Jahre nach dem Instagram-Kauf durch das soziale Netzwerk, nicht passiert.

Zwar liegt die Vermutung nahe, Mark Zuckerberg hätte mit dem Facebook Messenger kein Interesse an dem zweiten Messaging-Dienst „WhatsApp“, gegen diese sprechen jedoch viele Argumente: Einerseits das aggressive Drängen von Facebook den WhatsApp-Entwicklern gegenüber, andererseits auch die zwei vollkommen unterschiedlichen Zielgruppen.

WhatsApp & der Facebook-Messenger: Komplett unterschiedlich

Die Bedienung von WhatsApp ist auf Einfachheit getrimmt. Keine großen Smileys, keine umständlichen Funktionen. Nur „texten“, Sprachnachrichten verschicken und Bilder versenden. Bei WhatsApp findet man alles auf einen Blick. Wohingegen der Facebook Messenger mit seinen quirligen und animierten Emoticons, vielen Bildteilfunktionen und dergleichen überquillt.

Ich gehe deswegen nicht davon aus, dass WhatsApp in den nächsten paar Jahren in den Facebook Messenger integriert wird.

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