Facebook: Freundschaftsanfrage von Paolo Tizzanini – was steckt dahinter?

Martin Maciej

Wer sich aktuell bei Facebook durch seine Feeds liest, wird von dem einen oder anderen Freund die Warnung vor dem Facebook-Nutzer „Paolo Tizzanini“ lesen. Was steckt dahinter? Ein Betrüger? Oder doch nur eine Panikmache?

Der Wortlaut der Meldung ist:

„Keine Freundschaftsanfrage von einem Paolo Tizzanini annehmen. Der bearbeitet deine Foto und erpresst dich dann. Sag es allen deinen Freundinen weiter!“

Hoaxes auf Facebook.

Klaut Paolo Tizzanini Fotos bei Facebook?

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Die Rechtschreibfehler bei „deine Foto“ und „Freundinen“ stammt aus der Originalmeldung. Der Verfasser hatte es also entweder sehr eilig, vor Paolo Tizzanini zu warnen oder aber hat sich einfach keine Mühe gegeben, auf eine korrekte Schreibweise zu achten. Doch was ist mit dem Inhalt? Ist Paolo Tizzanini ein gefährlicher Hacker, der Bilder unerlaubt bearbeitet und für Erpressungen benutzt?

  • Es handelt sich um einen klassischen Kettenbrief, der von Nutzern 1:1 übernommen und geteilt wird.
  • Seinen Ursprung hat die vermeintliche Warnung dabei, wie der Name des angeblichen Betrügers bereits vermuten lässt, in Italien.
  • Dort kursierte die gleiche Meldung auf Italienisch bereits im Dezember vergangenen Jahres durch das soziale Netzwerk.

Ob es allerdings wirklich einen „Paolo Tizzanini“ bei Facebook gibt, der Bilder klaut und bearbeitet, ist unklar. Zwar spuckt die Facebook-Suche vier Ergebnisse bei der Suche nach dem Namen aus, allerdings handelt es sich um einen normalen italienischen Namen. Rückschlüsse auf einen Hacker oder Betrüger und somit auf den Wahrheitsgehalt dieser Warnung lassen sich hieraus nicht ziehen.

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Facebook: Freundschaftsanfragen von Unbekannten immer genau prüfen

Grundsätzlich sollte man keine Freundschaftsanfragen von Personen annehmen, die einem unbekannt vorkommen – besonders, wenn die Person kein Profilbild hat oder aber, wenn es sich um Facebook-Nutzer handelt, dessen Profilbilder sehr freizügig gekleidete Damen zeigen. Nicht selten handelt es sich hierbei um Betrüger, die über die Facebook-Freundschaft an persönliche Daten und Fotos gelangen wollen oder auf einfachem Wege versuchen, sich eine große Basis an Freunden aufzubauen, um dann einem großen Kreis von Nutzern Werbung unterzujubeln. Dass ein gewisser „Paolo Tizzanini“ Bilder stehlen kann, ist aber genauso wahrscheinlich, wie der Fotoklau durch eine Person mit einem ganz anderen Namen.

Auch bei Freundschaftsanfragen von Leuten, bei denen ihr bereits sicher seid, dass diese in eurer Freundesliste vorhanden sind, sollte man vorsichtig sein. Immer wieder kopieren Betrüger Profile von Bekannten, um euch zum Beispiel im Namen des Freundes um Geld anzupumpen.

Im Falle von Paolo Tizzanini sollte man den Beitrag bei Facebook einfach ignorieren. So wird der weitere Verlauf des Kettenbriefs gestoppt. Gleichzeitig dürft ihr euren Freunden gerne weitersagen, dass man generell keine Anfragen von Leuten annehmen sollte, die einem unbekannt vorkommen. In der Vergangenheit gab es auch immer wieder Warnungen vor WhatsApp-Nutzern mit den Namen Ute Lehr, Peter Enis oder Ute Christoff, die angeblich Profile hacken sollten. Auch hier bestätigten sich die Warnungen zu keinem Zeitpunkt, die Kettenbriefe dazu tauchen allerdings in aller Regelmäßigkeit bei Facebook, WhatsApp und Co. auf und verunsichern Nutzer dort.

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