Unter dem Namen Facebook-Reactions kann man seit einiger Zeit verschiedene Reaktionen wie Love, Wow oder Traurig und nicht mehr nur den Like-Button verwenden, um einen Beitrag auf Facebook zu bewerten. Eigentlich eine gute Sache - so könnte man zumindest meinen. Jetzt warnt aber die belgische Polizei vor dem neuen Bewertungs-System.

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Wollte man früher einen Beitrag auf Facebook bewerten, blieb einem nur der Like-Button. Gerade bei Reaktionen auf schlimme Ereignisse (etwa die Terroranschläge in Paris) war das mehr als unpassend - genau deshalb führte Facebook im Februar diesen Jahres auch das neue Bewertungs-System Facebook Reactions ein: Statt „Gefällt mir“ gibt es jetzt zusätzlich auch die Emotionen „Love“, „Haha“, „Wow“, „Traurig“ und „Wütend“. Klingt eigentlich erst einmal sehr praktisch - allerdings könnte sich mehr dahinter verbergen.

Facebook Reaction: Belgische Polizei warnt vor Bewertungen

Wie die britische Zeitung Independent und verschiedene andere europäische Medien berichten, warnt die belgische Polizei seit kurzem vor dem neuen Bewertungs-System. Grund. Facebook könne die Reactions dazu missbrauchen um gezielt die Stimmung der Nutzer zu tracken - und dann entsprechende Werbung zu schalten.

Um die eigene Privat-Sphäre zu schützen, solle man Facebook Reactions nicht nutzen, so die belgische Polizei. Die Icons würden nicht nur dabei helfen die eigene Gemütslage besser auszudrücken, sondern gäben Facebook ein Mittel an die Hand um die Effektivität von geschalteter Werbung besser einzuschätzen. Facebook könne anhand der Reactions dann ablesen, wann ein guter Zeitpunkt sei, um eine bestimmte Anzeige zu schalten.

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Facebook Reactions: Zu Werbezwecken missbraucht?

Mit den Reactions gibt es insgesamt 6 verschiedene Reaktionen, mit denen man Beiträge auf Facebook bewerten kann. Glaubt man den Warnungen, bietet dieser Algorithmus daher eine praktische Möglichkeit die nahezu unendliche Bandbreite von möglichen emotionalen Nutzer-Reaktionen auf eine überschaubare Menge zu reduzieren - und genau das würde Facebook ausnutzen, um exakt die Werbung zu platzieren, die zum derzeitigen Zeitpunkt passe. Befindet man sich z.B. in einer guten Stimmung, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass man eher bereit ist, auf Werbung positiv zu reagieren. Facebook könne das ablesen und neben dem passenden Inhalt dann auch einen günstigen Zeitpunkt auswählen, um die Werbung zu platzieren.

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Facebook selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert - dass die Reactions aber nicht unbedingt nur das gewünschte Ergebnis liefern ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Die Reaktion „Wütend“ auf einen Beitrag wird von Facebook z.B. genauso wie eine positive Bewertung gezählt - mit dem Ergebnis, dass man in Zukunft dann noch mehr solcher Beiträge zu lesen bekommt, auch wenn man vielleicht genau das Gegenteil davon ausdrücken wollte.

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