Thomas Müller tot: Bayern-Star ums Leben gekommen - Vorsicht vor Fake!

Selim Baykara

Thomas Müller ist tot – zumindest, wenn man einem Status-Beitrag glaubt, der derzeit auf Facebook herumgeistert. Eigentlich ist ja gerade die EM 2016 in vollem Gange – angeblich wurde Müller aber in einen schweren Verkehrsunfall in München verwickelt – der Bayern-Star soll noch an Ort und Stelle seinen Verletzungen erlegen sein. Da kann doch irgendwas nicht ganz stimmen: Was hat es mit dieser Nachricht auf sich?

Video: Hoaxes auf Facebook

Hoaxes auf Facebook.

Vor Kurzem erst hatten wir über den angeblichen Selbstmord von Stefan Raab berichtet, da folgt schon die nächste Schreckensmeldung auf Facebook: Diesmal soll es angeblich den Fußball-Star und deutschen Nationalspieler Thomas Müller erwischt haben. Gerade während der EM 2016, die derzeit in vollem Gange ist, sind Fußball-Fans in ganz Deutschland verunsichert: Was hat es mit dieser Meldung auf sich?

Thomas Müller tot: EM 2016 und Bayern-Star stirbt bei Verkehrsunfall – Achtung Falle!

Die Meldung über den angeblichen Tod von Thomas Müller wird derzeit als Statusbeitrag auf Facebook geteilt und folgt einem inzwischen gut bekannten Muster. Der Leser sieht als Aufmacher eine Bild-Collage bestehend aus einem Foto von Thomas Müller und einem verunglückten Auto. Darunter folgen als Teaser einige Info-Häppchen mit den wichtigsten Facts: Thomas Müller habe sich auf dem Weg zum täglichen Training befunden, als er in der Seebener Straße in einen schweren Verkehrsunfall mit katastrophalen Folgen verwickelt wurde: Der National-Spieler und Bayern-Star verstarb demnach an Ort und Stelle.

Als Quelle wird unter dem Teaser die Webpräsenz des Fußball-Vereins Bayern München angegeben. Denen kann man ja eigentlich glauben, oder? Ist Thomas Müller also wirklich tot?

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Thomas Müller ist NICHT tot – Beitrag auf Facebook ist Fake

Wer regelmäßig Todesnachrichten auf Facebook liest, wird sich vermutlich schon denken, wie die Antwort ausfällt: Nein, Thomas Müller ist natürlich nicht tot. Bei diesem Beitrag handelt es sich wieder mal um einen sogenannten Hoax, also eine erfundene Meldung mit dem bewussten Ziel, den Leser zum Anklicken des Beitrags zu animieren. Dazu nehmen die Betrüger in den meisten Fällen Geschichten mit hohem Schockpotential, die voraussichtlich von vielen Lesern geteilt werden.

Facebook Thumbs Down Banner

Wer seiner Neugier nachgibt und auf die erfundene Nachricht über den Tod von Thomas klickt, landet anschließend natürlich nicht beim Online-Auftritt von Bayern München. Stattdessen wird man zu einer dubiosen Dating-Seite weitergeleitet, wo eine fiese Abofalle lauert. Der Leser soll auf einen „Weiter-Button“ klicken – und schließt damit gleichzeitig ein teures SMS-Abo ab, aus dem man nur mit viel Mühe wieder herauskommt.

Geradezu kurios wird es, wenn man die Nachricht auf einem Computer-Desktop anklickt: Hier landet man im Anschluss auf einer eigens nachgebauten Facebook-Seite mit einem eingebetteten Video, das angeblich weitere Details enthält. Auch hierbei handelt es natürlich um eine Fälschung – es gibt kein solches Video und der Link führt stattdessen zu einem Gewinnspiel, mit dem Datensammler eure persönlichen Informationen (Emails, Passwörter etc.) per Phishing klauen wollen.

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Falschmeldungen, Fakes und Hoaxes auf Facebook, WhatsApp und Co.

Falsche Todesmeldungen wie im Fall von Thomas Müller werden im Netz auch als Hoax bezeichnet. Dass es für dieses Phänomen einen eigenen Begriff gibt, hat einen handfesten Grund: In den letzten Monaten haben sich diese Meldungen zu einer echten Plage entwickelt. Fast täglich erscheinen erfundene Nachrichten, dass dieser oder jener Promi gestorben sei – unlängst erlitten unter anderem die folgenden Persönlichkeiten den virtuellen Tod:

Problematisch ist dabei vor allem, dass natürlich von Zeit zu Zeit wirklich jemand stirbt, der in der Öffentlichkeit steht, wie z.B. unlängst David Bowie. Bei der Flut an Falschmeldungen im Netz wird es aber immer schwieriger zu erkennen, was echt und was erfunden ist. Wer diese Nachrichten in seinem Newsfeed sieht, sollte daher vor allem drei Sachen machen:

  1. Die Nachricht umgehend löschen
  2. Die Nachricht nicht weiterverbreiten
  3. Seriöse Quellen aufrufen und überprüfen, ob dort eine Meldung über den angeblichen Tod zu finden ist

Auf diese Weise kann jeder seinen Teil dazu beitragen, dass das Internet nicht mit gefälschten News überflutet wird und ahnungslose Opfer in Abofallen tappen oder unwissentlich ihre persönlichen Daten preisgeben.

Lest bei uns auch, was sich hinter dem Begriff Scamming verbirgt.

via mimikama

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