„Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens" bei Facebook - was ist dran?

Martin Maciej

Bei Facebook findet sich zu nahezu jeder halbwegs prominenten Person und zu jedem Themengebiet mindestens eine Gruppe. Regelmäßig taucht dabei auch die Warnung vor einer Gruppe mit dem Titel „Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“ auf. Hierbei soll es sich um eine Gruppe von Pädophilen handeln.

Die Warnung taucht schon seit Jahren immer wieder in Form der folgenden Status-Meldung auf:

ACHTUNG!!!!! Gerade gelesen: Tretet bei Facebook auf keinen Fall der Gruppe mit dem Namen: „Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“ bei. Es handelt sich um eine Gruppe von Pädophilen, welche versuchen sich Zugang zu Fotos von Kindern zu verschaffen!! Bitte kopiert diesen Status als Euren, so dass JEDER es lesen kann!! DRINGEND!

Die Meldung wird sowohl in geschriebener Textform als auch als Bild seit Jahren im sozialen Netzwerk geteilt.

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„Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“-Gruppe bei Facebook

Hinter der Gruppe mit diesem Titel soll sich also eine Gruppe Pädophiler verstecken, die unter falschen Vorwand an Bilder von Kindern im sozialen Netzwerk gelangen möchte. Bei der Meldung handelt es sich allerdings um einen Hoax bzw. ein Kettenbrief. Erstmals trat die Meldung bereits 2010 in englischer Sprache auf, seitdem werden Meldungen dieser Art immer wieder geteilt.

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    Aktuell gibt es bei Facebook keine Gruppe mit dem Titel „Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“.
  • In der jüngeren Vergangenheit tauchten immer wieder Facebook-Seiten mit diesem Titel auf.
  • Allerdings handelt es sich hierbei nicht um die angeprangerten Ansammlungen pädophiler Facebook-Nutzer.
  • Vielmehr stecken hier Like-süchtige Nutzer, die sich die Verbreitung dieses Kettenbriefs zunutze machen und Likes sowie Fans durch das gezielte Ausnutzen des geläufigen Gruppennamens sammeln wollen.
  • Auf der Seite selbst finden sich dann in der Regel Entertainment-News, Gossip oder mehr oder weniger witzige Sprüche.
  • Mit den Inhalten, die der Warnung zu entnehmen sind, haben solche Seiten in der Regel nichts zu tun.
  • Die Meldung reiht sich damit ein in weiteren Kettenbriefe in den sozialen Netzwerken, z. B. die Warnung vor der Burundanga-Droge oder die Panikmache zum Kindergeld 2016.

„Vater oder Mutter zu werden war das grösste Geschenk meines Lebens“ ist ein Hoax

Ob Hoax oder nicht, dennoch sollte man bei Facebook natürlich nicht zu offen mit seinen eigenen Fotos und schon gar nicht mit Fotos seiner Kinder umgehen. So sollte man etwa keine Nachwuchsfotos rein zur Präsentation in öffentliche Facebook-Gruppen posten. Auch auf der eigenen Chronik sollte man sparsam mit dem Veröffentlichen von eigenen Bildern und Fotos der eigenen Kinder sein, immerhin lassen sich diese Bilder leicht von Fremden abspeichern. Grundsätzlich sollte man einen Blick auf die Einstellungen der Bilder werfen und diese nie „öffentlich“ zur Schau stellen.

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Bild: karen roach, JoemanjiArts, JaysonPhotography / Shutterstock.com

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Martin Maciej
Martin Maciej, GIGA-Experte.

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