Der Auftragshersteller Foxconn macht ernst: Der für die Display-Fertigung zuständige Teil des Konzerns will seine Produktion radikal automatisieren. Statt menschlichen Mitarbeitern werden Roboter zum Einsatz kommen.

 

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Erst letzte Woche warnte die FAZ, dass Digitalisierung auch in Deutschland „in großem Stil Arbeitsplätze vernichten“ werde, jeder zehnte Job sei in Gefahr. Nun folgt eine neue Schreckensmeldung aus Taiwan, wo bereits in rasantem Tempo Fakten geschaffen werden. Durch den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz werden bei Foxconn Tausende Arbeitsplätze für Menschen wegfallen.

Display-Produktion: Menschen werden nur noch 25 Prozent der Arbeit gebraucht

Das Foxconn-Tochterunternehmen Innolux Corporation – der drittgrößte LCD-Panel-Hersteller der Welt – werde 75 Prozent seiner Produktion automatisieren. Seit zehn Jahren ist dieser milliardenteure Prozess bereits im Gange, ein 500-köpfiges Team kümmert sich um das Automatisierungsprogramm. Von einst 100.000 menschlichen Mitarbeitern waren Ende 2017 nur noch 60.000 übrig, bis Ende 2018 soll die Belegschaft nun um weitere 10.000 Stellen schrumpfen. Wenig überraschend sind die Gründe für den Wandel. Es geht vor allem darum, Kosten in einem hart umkämpften Markt zu sparen und Planungssicherheit zu gewinnen. „Die Löhne sind in China rapide gestiegen. Ohne Fabrikautomationssysteme wird es schwierig sein, die Arbeitskosten unter Kontrolle zu bringen“, erklärt Tuan Hsing-chien (Innolux Honorary Chairman). Zu den Kunden von Innolux gehören Branchen-Riesen wie Apple, HP, Sony und Dell.

Innolux arbeitet an der Mini-LED-Technologie, um die wachsende Nachfrage nach Premium-Panels für Notebooks und Fahrzeug-Cockpits zu bedienen. Auf der CES 2018 in Las Vegas zeigte InnoLux einen 10,1-Zoll-Bildschirm für Autos.

Die Basis für das Display sind Mini-LED-Chips mit einer Größe von 100-200μm. Diese bieten Vorteile wie hohe Helligkeit und höhere Dynamik bei der Bilddarstellung. Noch sei die Technik im Vergleich zu OLED aufwendig und teuer, dennoch ist der Vizepräsident Ting Chin-lung optimistisch: Er glaubt, dass Mini-LEDs später zu Micro-LEDs weiterentwickelt werden könnten, einer noch fortschrittlicheren Displaytechnologie, die auch Apple benötigen werde.

Wie auch immer das Wettrennen um die Display-Technologie der Zukunft ausgehen wird, eines scheint sicher zu sein: Diese boomende Branche wird in der Produktion auf jeden einzelnen Cent achten und deshalb voll auf Automatisierung durch Roboter setzen. Sie arbeiten rund um die Uhr und sind effizienter als Menschen. Vielleicht wird es langsam Zeit, dass die Maschinen Steuergelder abdrücken, wie das Bill Gates fordert.

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Quellen: Nikkei Asian Review, Tapei Times, Innolux, TrendForce

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