Rundfunkbeitrag zu niedrig: WDR fordert höhere Gebühren

Johann Philipp 32

1,4 Milliarden Euro nimmt der WDR jährlich dank der Rundfunkgebühr ein. Zusammen mit angesparten Rücklagen soll das Geld bis 2020 reichen. Danach könnte es schlechter aussehen. Der WDR fordert daher nun eine Erhöhung des Beitrags.

Rundfunkbeitrag zu niedrig: WDR fordert höhere Gebühren
Bildquelle: GIGA.

WDR fordert höheren Rundfunkbeitrag ab 2020

„Dass der WDR noch schwarze Zahlen schreiben kann, haben wir einem harten Sparprogramm zu verdanken“, sagt der Vorsitzende des Rundfunkrats, Andreas Meyer-Lauber in einer aktuellen Mitteilung. Der Rundfunkrat hat diese Woche den Haushalt des Senders für das kommende Jahr und die Finanzplanung bis 2022 genehmigt. Dabei fällt auf: Das Geld wird nach jetzigen Berechnungen ab 2022 nicht mehr ausreichen.

Zwei Jahre vorher ist die nächste Anpassung der Rundfunkgebühr fällig. Ideen zur Umgestaltung gibt es bereits viele. So könnte der Beitrag an die Inflation angepasst werden und jährlich steigen. Dabei gibt der WDR zu bedenken: „Ein weiteres Einfrieren des Rundfunkbeitrags nach 2020 würde die Leistungen des WDR wie auch der ARD ernsthaft gefährden.“

Der Rundfunkbeitrag ist für die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF die wichtigste Einnahmequelle. Pro Jahr landen rund 8 Milliarden Euro in den Kassen der Sender. 17,50 Euro muss jeder Haushalt im Monat zahlen, was vielen Beitragszahlern schon jetzt zu viel ist.

Wofür wir eigentlich Rundfunkgebühren zahlen, lest ihr in unserer Bilderstrecke:

Bilderstrecke starten
7 Bilder
Wofür zahlt man Rundfunkgebühren (ehem. „GEZ“) ?

Smartphone-Bestseller bei Amazon *

Rundfunkbeitrag soll unter 18 Euro bleiben

Die Sender stehen vor einem Dilemma: Eigentlich müsste der Rundfunkbeitrag schon heute bei mehr als 18 Euro liegen, um die Kosten zu decken. Eine solche Erhöhung ist der Bevölkerung aber nur schwer zu vermitteln.

Die Regierungschefs der Bundesländer wollen den Rundfunkbeitrag dagegen nicht erhöhen und nehmen auch Einschnitte am Programm in Kauf. ARD und ZDF werden zum Sparen verordnet.

Die Sender handeln: Der WDR kündigte an, bis zum Jahr 2021 rund 500 Stellen zu streichen. Auch die Übertragung der teuren Sportevents wie Olympia könnte auf dem Prüfstand stehen, um die Kosten zu senken. „Nicht jede Show, nicht jedes Sportevent, nicht jeder Krimi zählt zum Grundversorgungsauftrag mit den Schwerpunkten Information, Kultur und Bildung im engeren Sinne“, betont Siegfried Schneider, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien bereits im Herbst.

Das denken wir über den Rundfunkbeitrag:

Das denken wir über den Rundfunkbeitrag.

Der Intendant des hessischen Runfunks warnt dagegen: „Ohne eine Erhöhung sind Einschnitte in unsere Angebote unausweichlich“.

Bis Ende April haben ARD und ZDF Zeit, ihren Finanzbedarf anzumelden. Dieser Bedarf wird dann von einer unabhängigen Kommission (KEF) geprüft und für die nächsten vier Jahre festgesetzt. Wie hoch der Beitrag dann ausfällt, darüber gibt es noch keine Einigung.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung