Ob WhatsApp, Final Fantasy 15 oder Google Maps – hinter der Software, die wir nutzen und lieben, stecken Menschen, die sie gebaut haben – und im besten Fall damit reich geworden sind. Aber: Wie wird man selbst Programmierer und was muss man für den Beruf drauf haben?

 

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Das Berufsfeld Softwareentwicklung ist spannend und vielfältig: Eine Spiele-App fürs Smartphone ist eine ganz andere Aufgabe, als etwa der Checkout-Prozess eines Onlineshops – aber gibt es da Gemeinsamkeiten, was die Anforderungen an die Programmierer angeht?

Wir haben einige Fragen an den Chef einer deutschen Softwarefirma gerichtet: Andreas Haufler ist Chefentwickler und Mitgründer der scireum GmbH, seit seiner Jugend ist Programmieren seine Leidenschaft.

1. Ich bin zwar mit dem Smartphone aufgewachsen, aber ein echter Technikexperte bin ich leider nicht. Muss ich mich mit Computern auskennen, um Programmierer zu werden?

Haufler: Im Prinzip ist das wie beim Autofahren: Man muss nicht Mechaniker sein, um es zu lernen – ein bisschen Neugier schadet aber nie. Ein Weg das Programmieren zu lernen, ist sich anzuschauen, wie es andere machen – dank Internet und der Open-Source-Bewegung kann man heute sehr tief unter die „Motorhaube“ schauen, egal ob bei Betriebssystemen, Datenbanken oder Game-Engines.

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2. Brauche ich gute Noten in Mathematik und müssen Programmierer viel rechnen? Muss ich gut in Sprachen sein?

Haufler: An Schulnoten kann man das schwer festmachen. Ich muss nicht jedes Verb perfekt im Plusquamperfekt konjugieren können, aber wenn ich einen englischsprachigen Text lesen kann und grob verstehe was drin steht, dann hilft das ungemein – schließlich sind ein großer Teil der Infos und Tutorials auf Englisch. Man kann sogar sein Englisch aufbessern, wenn man anfängt, englische Texte zu lesen oder YouTube-Videos zu schauen. Bei Mathe ist es fast genau so – Grundverständnis reicht für vieles aus. Zum Schluss kommt es eher darauf an, Neugier, Lernbereitschaft und Disziplin mitzubringen. Der Rest kommt dann von allein.

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3. Muss ich studieren oder reicht eine Ausbildung? Oder kann ich auch einfach so anfangen, ganz ohne Abschluss?

Haufler: Beim Programmieren gilt meiner Meinung nach das Prinzip „Learning by Doing“. Weder eine Uni-Vorlesung noch Schulstunden bringen einem das wirklich bei. Klar braucht man erstmal ein paar Grundlagen, aber dafür gibt es auch unzählige Tutorials im Netz, da kann also eigentlich jeder sofort loslegen. Dann sucht man sich am besten kleine Aufgaben und versucht, dafür etwas Eigenes zu basteln.

4. Worauf achten Personalverantwortliche bei Bewerbungen?

Haufler: Gerade bei Berufseinsteigern ist es sehr von Vorteil, wenn schon praktische Erfahrungen vorhanden sind. Egal ob es sich um eine Website, eine kleine Smartphone-App oder eine Game-Mod handelt.

Auf der nächsten Seite erfährst du, welche Programmiersprachen sich zum Einstieg eignen und wo du Tutorials findest.