Ein Fahrrad freihändig zu bedienen, gehört zum Alltag. Doch nun naht der Moment, zu dem auch das Auto keiner führenden Hand mehr bedarf. In Kalifornien lässt Google bereits Prototypen des eigenen „Self-Driving Cars“-Projekts auf öffentlichen Straßen testen.

 

Google X: Die geheime Moonshot-Fabrik

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Nachdem das Projekt zunächst hinter verschlossenen Türen entwickelt wurde und Informationen zunächst nur spärlich nach außen durchdrangen, geht Google seit einiger Zeit mit seinen „Self-Driving Cars“ aus dem Google X-Labor offensiver an die Öffentlichkeit. Seit den ersten Schritten vor sechs Jahren hat sich schließlich auch einiges getan – die selbstfahrenden Autos des Konzerns erwecken mittlerweile den Anschein, dass führerloses Fahren in greifbarer Nähe ist. Vor einigen Wochen ging auch eine eigene Webseite an den Start; auch um der aufkommenden Kritik entgegenzutreten, wonach der Suchgigant transparenter mit dem gesellschaftsrelevanten Projekt umgehen solle.

Selbstfahrende Autos: Mit Backup-Fahrer im Straßenverkehr

Welches Vertrauen der Konzern in seine mittlerweile durchaus ausgereiften Prototypen hat, zeigt die Tatsache, dass selbstfahrende Autos auf öffentlichen Straßen getestet werden. In Mountain View sind einige „Self-Driving Cars“ ab sofort im Straßenverkehr unterwegs. Während der Testphase sind selbstredend noch Fahrer dabei, die als Absicherung notfalls die Kontrolle über das Gefährt übernehmen können. An Bord sind ein abnehmbares Lenkrad sowie Gas- und Bremspedal. Zudem ist die Maximalgeschwindigkeit auf 25 Meilen pro Stunde (etwa 40 km/h) begrenzt.

Die eigenen Prototypen sind übrigens mit derselben Software ausgestattet, die bereits die aufgemotzten Lexus RX450h-SUVs seit 2012 über den Highway fährt – mittlerweile schon über 1 Million Meilen, wie Google in einem Post auf Google+ betont. Die ausgeweitete Testphase dürfte derweil in Zusammenhang mit den ambitionierten Plänen des Konzerns stehen, bis 2020 in Massenproduktion zu gehen. Dazu sollen angeblich bereits Gespräche mit unter anderem Ford, Toyota und Volkswagen geführt worden sein. Probleme gibt es allerdings noch. Zunächst den Preis. Die verbauten Sensoren, deren genaue Anzahl nicht bekannt ist, kosten zum jetzigen Zeitpunkt alleine 70.000 US-Dollar pro Auto. Sind die Google-Autos erst einmal in Serienproduktion, wird der Preis sicher sinken. Ein weiteres Problem ist laut eines Technology Review-Artikels aus dem vergangenen Jahr die Tatsache, dass die Sensoren von Googles Selbstfahr-Autos bereits in nicht allzu extremen Wetterlagen wie Regen und Schnee größere Probleme haben. In Kalifornien mag das, dank stets hoher Temperaturen und langer Dürreperioden, eher selten eine Herausforderung darstellen – in anderen Teilen der Welt schon.

Quelle: Google Self-Driving Car Project @ Google+ via Mashable, Reuters

Rafael Thiel
Rafael Thiel, GIGA-Experte.

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