201. Geburtstag von Adolphe Sax: Wen feiert Google heute?

Selim Baykara 3

Adolphe Sax - die meisten Leute haben diesen Namen vermutlich noch nicht gehört. Seine Erfindung hingegen ist weltbekannt: Der belgische Musikinstrumentenbauer entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Saxofon eines der bekanntesten Blasinstrumente überhaupt - und benannte die Erfindung kurzerhand nach sich selbst. Heute ist der 201. Geburtstag von Adolphe Sax ihn - aus diesem Anlass ehrt ihn der Suchmaschinen-Gigant Google mit einem eigenen Doodle.

Inzwischen ist es bei Google fast schon Tradition, nicht unbedingt auf runde Jahreszahlen zu achten, sondern auch mal ungerade Jubiläen oder Geburtstage zu feiern. So wie auch heute:  201. Jahre wäre Adoplphe Sax, der Erfinder des Saxopfons heute geworden. Google feiert den Geburtstag des Belgiers mit einem passenden Doodle, das den Erfinder mit seinem Instrument zeigt. Auch wenn Adoplfe Sax heute eher unbekannt ist, gab es zum runden Jubiläum letztes Jahr zahlreiche Feierlichkeiten. Belgien würdigte den Erbauer des Saxofons mit der Ausstellung SAX200. Auch in Berlin gab es zahlreiche Veranstaltungen, z.B.ein Gedenkkonzert vor dem Reichstag.

Adolphe Sax Google Doodle

201. Geburtstag von Adolphe Sax - Google Doodle für den Erfinder des Saxofons

Musikrichtungen wie Jazz sind ohne das Saxofon nur schwer vorstellbar. Der wandlungsfähige Ton des Instruments und die vielen verschiedenen Anblasmöglichkeiten sorgten dafür, dass das Saxofon  in den Händen von Solisten wie Charlie Parker oder John Coltrane weltberühmt wurde. Weniger berühmt ist der Mann, der das Saxofon Mitte des 19. Jahrhunderts erfand. Der Instrumentenbauer Adolphe Sax verbesserte bereits als Jugendlicher die Klappensysteme von Klarinette und Bassklarinette - später ging er nach Paris, weil sich in Belgien nur wenige Leute für das Saxofon interessierten. Eine Zeitlang war er recht erfolgreich, der eigentliche Siegeszug des Saxofons sollte aber erst viel später mit dem Aufkommen des Jazz im 20. Jahrhundert erfolgen.

Im folgenden Video seht ihr, was Jazz-Legende Charlie Parker alles aus einem Saxofon herausholen kann.


Google Doodle heute zu Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxofons - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/digital/Google-Doodle-heute-zu-Adolphe-Sax-dem-Erfinder-des-Saxofons-id35998167.html

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Nicht ganz so bekannt wie das Saxofon ist die andere Instrumentenfamilie, die Adolphe Sax ebenfalls entwickelte - die Saxhörner. Diese Instrumente zu denen beispielsweise das Flügelhorn, die große B-Tuba oder das Euphonium gehören werden vor allem in Militärkapellen in Großbritannien, den Benelux-Ländern  und der Schweiz eingesetzt. Durch ihren weichen und homogenen Ton gehen die Instrumente klanglich sehr leicht ineinander über - ein Vorteil, der vor allem in größeren Band-Besetzungen und Kapellen zum Tragen kommt.


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Google Doodle heute zum 201. Geburtstag von Adoplphe Sax

Sein Instrument sollte zu Weltruhm gelangen - die Anfänge von Adolphe Sax waren allerdings eher bescheiden. Geboren wurde er 1814 als eines von elf Kindern. Sein Vater war Kunsttischler und verbrauchte einen Großteil des Familieneinkommens für seine Experimente. Immerhin ermöglichte er seinem Sohn aber eine musikalische Ausbildung und schickte ihn auf das Brüsseler Konservatorium, wo Adolphe Sax Flöte, Klarinette, Gesang und klassische Harmonielehre studierte.

Google Doodle zu Ehren von Adolphe Sax

Die Klarinette hatte es Sax von Anfang an besonders angetan - in kurzer Zeit entwickelte er sich zu einem hervorragenden Spieler und verbrachte bereits in seiner Jugend viel Zeit damit den Klang des Instruments zu perfektionieren - eigentlich nur folgerichtig, dass er später dann auch ein eigenes Musikinstrument entwickelte.

Fast wäre es aber gar nicht so weit gekommen. Sax erlitt während seiner Jugendzeit mehrere schwere - und ungewöhnliche - Unfälle: Unter anderem stürzte er sich im elterlichen Treppenhaus fast zu Tode, verschluckte eine Stecknadel und wäre beinahe im Fluss ertrunken. Ein anderes Mal wäre es fast an einem Schluck Vitriol gestorben und in den Dämpfen der väterlichen Werkstatt erstickt.

Zum Glück für die Nachwelt überlebte Sax alle Missgeschicke und machte sich in der Folge daran, seine geliebte Klarinette zu verbessern. Ergebnis: das Instrument, das wir heute unter dem Namen Saxofon kennen. 1842 begab sich Sax mit seinem Instrument im Gepäck nach Paris, um das Saxophon der dortigen Kunstszene zu präsentieren. Seine Erfindung erregte einiges Aufsehen und kam gut an - unter anderem unterstütze ihn der bekannte französische Komponist Hector Berlioz, der nur lobende Worte für das Saxofon fand:

„Nach meiner Ansicht beruht der besondere Wert des Saxofons in der verschiedenartigen Schönheit des Ausdrucks: bald feierlich-ernst und ruhig, bald leidenschaftlich, dann träumerisch oder melancholisch wie ein abklingendes Echo oder wie die unbestimmten Klagen des Wehens im Walde . Kein anderes mir bekanntes Musikinstrument besitzt diesen seltsamen Klang, der bis an die Grenzen der Stille geht.“

Übertrieben? Im folgenden Video eines Original-Adolphe-Sax-Saxofons von 1859 könnt ihr euch selbst von den Vorzügen des Instruments überzeugen.

Sax hatte mit seiner Erfindung Erfolg - zunächst jedenfalls. Es fanden sich Sponsoren, 1846 bekam Sax schließlich ein Patent für das Saxofon und gelangte zu Berühmtheit. Das Blasinstrument wurde besonders in Militärkapellen eingesetzt, wo es sich gegen Trompeten und Posaunen wesentlich besser behaupten konnte als die leiseren Holzblasinstrumente wie Oboe und Fagott. Das Geschäft von Sax boomte: Seine Werkstatt hatte zeitweilig 100 Angestellte und soll insgesamt über 20.000 Instrumente gebaut haben.

Künstlerschicksal: Adolphe Sax starb verarmt und vergessen

Der Erfolg war aber nicht von Dauer: Obwohl Adolph Sax noch über 30 weitere Erfindungen anmeldete (u.a. eine Dampforgel und einen Apparat zur Lungengymnastik) konnte er sich wirtschaftlich langfristig nicht durchsetzen. Neidische Konkurrenten, politische Wirren und schließlich der deutsch-französische Krieg 1871 führten dazu das Adolphe Sax Konkurs anmelden musste. Bis zu seinem Tod am 7. Februar 1894 in Paris lebte Sax völlig verarmt und von der Welt nahezu vergessen von einer kleinen Gnaden-Pension.

Wie bei so vielen großen Persönlichkeiten also eigentlich eine traurige Geschichte - immerhin hatte sein Instrument bleibenden Erfolg und ist bis heute eines der beliebtesten Blasinstrumente. Schön, dass Google heute darum das etwas ungewöhnliche Datum eines 201. Geburtstags feiert und an eine Person erinnert, von der viele Leute vermutlich noch nie etwas gehört haben. Der Suchmaschinen-Gigant feiert in unregelmäßigen Abständen bekannte (und nicht so bekannte) Persönlichkeiten und Ereignisse der Weltgeschichte - zuletzt gab es ein Google  Doodle zu Ehren von George Boole, pünktlich zu Halloween ein passendes Halloween-Spiel und davor ein Doodle zum 40. Geburtstag der Kultzeitschrift Yps.

Bildquellen: Wikipedia, Google

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