In den letzten Monaten fiel mancher Hersteller von Apps negativ durch sehr aggressive Werbeformen auf, etwa solche vom Werbeanbieter AirPush. Aus diesem Grund hat Google nun die Regularien für den Play Store hinsichtlich Werbung in und durch Android-Apps deutlich verschärft.

 

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Werbung an sich ist nichts Schlechtes, wir von androidnext könnten zum Beispiel ohne sie nicht existieren. Schlecht wird Werbung aber dann, wenn sie den Empfänger nervt und dessen gesamte Bedienerfahrung bei der Benutzung seines Gerätes beeinträchtigt. Ein Beispiel dafür ist der Anzeigenservice von AirPush: Entwickler können den Service in ihre Apps integrieren, dabei installiert sich AirPush als Systemdienst und schickt dem Nutzer Anzeigen per Push-Benachrichtigung – selbst dann, wenn die App gar nicht verwendet wird. Das an sich ist schon grenzwertig – schlimmer wird der Sachverhalt dadurch, dass sich die Werbung der verursachenden App nicht zuordnen lässt. Man weiß ohne Spezialtools wie Airpush Detector nicht, was man deinstallieren muss, um die nervigen Benachrichtigungs-Anzeigen loszuwerden.

Google will jetzt härter gegen Werbeformen wie AirPush vorgehen. Nachdem bereits auf der Google I/O als neues Feature in Android 4.1 „Jelly Bean“ die Möglichkeit vorgestellt wurde, Benachrichtigungen für einzelne Apps komplett zu deaktivieren, wurde nun ein neuer Passus in das Content-Policy-Dokument für den Play Store eingefügt. Hier die betreffende Passage (Übersetzung von uns):

Anzeigenkontext
Dem Nutzer muss klar sein, mit welcher App eine Anzeige verknüpft bzw. in welche App sie integriert ist. Anzeigen dürfen das Verhalten des Gerätes nicht außerhalb der Anzeige ändern, etwa indem Verknüpfungen, Symbole oder Lesezeichen installiert oder Voreinstellungen geändert werden, ohne dass der Nutzer davon in Kenntnis gesetzt wurde und darin eingewilligt hat. Wenn eine App solche Änderungen vornimmt, muss dem Nutzer deutlich sein, welche App die Änderung vorgenommen hat und ihm ermöglicht werden, die Änderung leicht rückgängig zu machen – entweder durch das Anpassen der Geräteeinstellungen, der Werbeeinstellungen in der App oder durch das Deinstallieren der gesamten App.

Natürlich stärkt Google durch solche Maßnahmen auch seine eigenen Werbenetzwerke AdSense und AdMob, die deutlich dezentere Werbung ermöglichen. Kritiker würden an dieser Stelle sicher argumentieren, dass sich Google so Wettbewerbern entledigt. In unseren Augen ist das nicht der Fall, da Google auch Sorge für die Qualität der Nutzererfahrung unter Android trägt und sinngemäß von seinem Hausrecht Gebrauch macht. Wie seht ihr das? Eure Meinung und Erfahrungen mit AirPush und Co. dürft ihr gerne im Kommentarbereich loswerden.

[via reddit, Bild aus einem Präsentationsvideo von AirPush]

Frank Ritter
Frank Ritter, GIGA-Experte.

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