Apple vs. Google: Galaxy Nexus in USA einstweilig verboten

Amir Tamannai 44

Schockierende Nachrichten erreichen uns aus der neuen Welt: Nachdem Bezirksrichterin Richterin Lucy Koh bereits am Mittwoch dem Druck eines Bundesgerichts nachgegeben hat und den Verkauf des Samsung Galaxy Tab 10.1 nach Klage seitens Apple einstweilig verboten hat, trifft sie mit ihrer nächsten Entscheidung nun auch Google: Das Galaxy Nexus darf bis auf weiteres in den USA ebenfalls nicht mehr verkauft werden.

Da sind wir nach der Google I/O alle leicht euphorisch darüber, wie durchdacht und gefällig die Zukunft von Android aussieht, schon ereilt uns pünktlich zum Wochenende ein gehöriger Dämpfer – und der kommt mal wieder von Apple: Das Unternehmen aus Cupertino fetzt sich ja in Kalifornien weiterhin mit Samsung und nach dem Galaxy Tab 10.1 bekommt nun auch das ebenfalls von den Koreanern gebaute Galaxy Nexus sein Patent-Fett weg.

Lucy Koh, Richterin am Bezirksgericht San Jose, hat in einer weiteren Entscheidung nun auch den Verkauf des Android-Flaggschiff-Smartphones vorläufig untersagt; damit weitet sich das Ganze nun explizit auch auf Google und das Android-OS aus.

So beziehen sich die von Apple angezeigten Patente dann auch vornehmlich auf die Software der Galaxy Nexus. Das ganze Urteil ist zwar noch nicht einsehbar, The Verge berichtet aber, dass sich dieses hauptsächlich auf eine Verletzung des US-Patents No. 8,086,604 stützt: Hier geht es um die Suche in mehreren Bereichen auf dem Gerät oder Datenbanken über ein einzelnes Interface und den dazugehörigen Einsatz heuristischer Algorithmen – wir denken an Siri, aber auch schon an die gerade erst auf der Google I/O vorgestellte Google Now-Funktion.

Weitere Patentverletzungen wirft Apple Samsung/Google in Bezug auf auf die US-Patente No. 5,946,647 (Actionable Linking), 8,046,721 (Slide-to-Unlock) und 8,074,172 (Touchscreen-Wortvorschläge) – ich postuliere mal ganz ketzerisch und provokativ: Apple hat offensichtlich das Smartphone mit allem drum und dran erfunden und schützen lassen.

Natürlich wird Samsung in Berufung gegen diese Einstweilige Verfügung gehen; wie lange diese Bestand haben wird, bleibt also abzuwarten.

Google hat indes folgendes Statement zum Urteil abgegeben (Übersetzung von uns):

Wir sind enttäuscht über diese Entscheidung, glauben aber fest daran, das mit weiteren Informationen und mehr Beweismitteln am Ende ein richtiges Ergebnis stehen wird.

Hoffen wir auch. Wie seht ihr das – liegen Richterin Koh und Apple richtig oder handelt es sich hierbei um hahnebüchene Vorwürfe gegen Samsung und Google?

via The Verge

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