Brillo: Google arbeitet an einem OS für das „Internet der Dinge“ [Gerücht]

Kaan Gürayer 8

In der englischen Umgangssprache wird unter einem „Brillo“ ein Topfreiniger aus Stahlwolle verstanden, der vom gleichnamigen Unternehmen hergestellt wird. Die Assoziationen zum Reinigungssektor könnten aber bald passé sein: Angeblich arbeitet Google an einem Betriebssystem für das „Internet der Dinge“ (IoT), das genau auf diesen Namen hört. „Brillo“ soll bereits auf der Google I/O 2015 vorgestellt werden. 

Update vom 22. Mai: Der Ursprung von „Brillo“ ist offenbar doch nicht so sicher, wie anfangs angenommen. Möglicherweise basiert das IoT-System sogar auf Chrome OS, da es einige Build Tools von Chrome OS verwendet. Chrome OS wiederum verweist im eigenen Code mehrmals auf „Brillo“. Die Google I/O 2015 gibt hoffentlich mehr Aufschluss.

Mit dem „Internet der Dinge“ – Englisch: Internet of Things (IoT) – ist die Vernetzung sämtlicher Alltagsgegenstände gemeint: Vom Kühlschrank über die Zahnbürste bis zum Türschloss und mehr. Nachdem das Smartphone den endgültigen Durchbruch in den Massenmarkt geschafft, könnte das „Internet der Dinge“ die nächste große technologische Revolution einläuten, weshalb sich auch Google diesen Zukunftsmarkt nicht durch die Finger gehen lassen will.

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„Brillo“: Für IoT-Geräte mit 64 MB oder gar 32 MB RAM

Den gut vernetzten Kollegen von The Information zufolge, soll der Suchmaschinenbetreiber daher ein spezielles auf IoT-Geräte angepasstes Betriebssystem namens „Brillo“ entwickeln. Dieses basiert, wie könnte es auch anders sein, auf Android. Der Ressourcen-Hunger des Google-OS wurde zwar in den letzten Jahren mit „Project Svelte“ erheblich reduziert, sodass Android mittlerweile ohne Probleme auf Geräten mit 512 MB RAM laufen kann, für die eingangs erwähnte Zahnbürste ist aber auch das noch viel zu viel. „Brillo“ soll hingegen auf IoT-Geräten lauffähig sein, die lediglich 64 MB oder sogar nur 32 MB RAM besitzen. Derzeit kocht jeder Hersteller sein eigenes IoT-Süppchen, weshalb Google dem „Internet der Dinge“ einen frischen und sauberen Start verpassen und Herstellern „Brillo“ kostenlos anbieten möchte, berichtet The Information weiter. Die fragmentierte IoT-Landschaft wieder zu glätten, sei das Ziel. Auch Apple will mit dem hauseigenen HomeKit ins „Internet der Dinge“ einsteigen, weshalb der Wettbewerb zwischen Google und Apple wohl auch in den nächsten Jahren nichts an Brisanz verlieren wird.

Ein Projekt des Android-Teams

Interessanterweise soll das Android-Team hinter der Entwicklung von „Brillo“ stecken und nicht Nest. Nachdem Google das Heimautomatieisierungs-Startup Anfang 2014 für 3,2 Milliarden US-Dollar übernahm, lag die Vermutung zumindest nahe, dass sich Nest um den verwandten Bereich des „Internet der Dinge“ kümmern würde. Wie viel Einfluss die Nest-Division in die Entwicklung von „Brillo“ hatte, wenn überhaupt, bleibt also abzuwarten. Mit Android@Home hatte Google 2011 bereits ein ähnliches Projekt am Start, doch dieses verschwand wieder sang- und klanglos. Angeblich soll die Chefetage des Internetkonzerns damals der Meinung gewesen sein, dass die Zeit dafür noch nicht reif sei. Offenbar haben Larry Page, Sergey Brin & Co. ihre Meinung jetzt geändert.

Auf der Google I/O 2015, die am 28. und 29. Mai im kalifornischen San Francisco stattfindet, soll es den ersten Einblick in „Brillo“ geben. Wir dürfen gespannt sein – vor allem auch, ob das System am Ende tatsächlich „Brillo“ heißen wird oder sich Google vom Codenamen dann noch trennt und etwas Griffigeres wählt.

Quelle: The Information (Bezahlschranke), Florian Kiersch @ Ron Amadeo via: arstechnica 

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