Bump: Google kauft innovative Datenaustausch-App

Lukas Funk 12

Das Unternehmen Bump Technologies entwickelt zukünftig unter Googles Flagge: In der vergangenen Nacht hat der Entwickler der gleichnamigen Sharing-App die Übernahme durch Mountain View bekannt gegeben. Bisherige Anwendungen werden vorerst weiterentwickelt, über die längerfristigen Pläne Googles kann nur spekuliert werden.

Die Anwendung Bump erlaubt es, Kontakte, Bilder und ähnliche Daten mit einem kurzen Zusammenstoßen zweier Smartphones zwischen diesen zu transferieren. Dabei wird nicht etwa wie bei NFC-basierten Anwendungen wie Android-Beam eine Kopplung via Bluetooth oder WiFi-Direct hergestellt, sondern Sensorinformation beider Smartphones an Bumps Server übertragen. Dieser erkennt beispielsweise anhand von Ortsdaten, dass beide Smartphones sich in unmittelbarer Nähe befinden und beginnt den Transfer: Die Datei wird von einem Smartphone hoch-, vom anderen heruntergeladen. Ganz ähnlich funktioniert auch der Transfer zwischen Smartphone und Rechner.

Bump-app

Bilderstrecke starten(23 Bilder)
Googles Friedhof: 23 Projekte, die vom Mega-Konzern zu Grabe getragen wurden

Google hat sich diese Technologie samt des Unternehmens Bump Technologies nun einverleibt, wie letzteres in der vergangenen Nacht bekannt gab. Über den genauen Wert der Transaktion gibt es keine offiziellen Angaben, ein Insider spricht gegenüber All Things D allerdings von einem Preis zwischen 30 und 60 Millionen US-Dollar.

Sowohl Bump als auch die Foto-Sharing-Anwendung Flock werden zunächst unabhängig weiterentwickelt. Flock sammelt Fotos, die von mehreren Personen während gemeinsam verbrachter Zeit geschossen werden, in einem zentralen Fotoalbum.

Wie Google sich auf lange Sicht die Technologie hinter Bump und Flock zunutze machen will, ist nicht bekannt. Vorstellbar ist eine Abkehr von NFC für die Datenübertragung durch Android-Beam. Trotz eines zentralen Protokolls scheitert diese Methode bisweilen an den unterschiedlichen Implementationen verschiedener Hersteller. Auch Apple entzog sich in der neuesten Generation seiner Geräte dem aufkeimenden NFC-Trend und könnte mit der Konzentration auf eigene WiFi-Direct-Lösungen zum vorzeitigen Ableben dieses Standards führen. Bumps Methode dagegen verlässt sich auf grundlegende Sensordaten und ist so fast allgemein kompatibel.

Quelle: Bump

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung