Chef-Designer bei Google: Matías Duarte stellt sich öffentlicher Fragerunde

Rafael Thiel 6

Mit dem Material Design wurde Android erwachsen. Das verdanken wir unter anderem einer Person: Matías Duarte. Der Chef-Designer von Google und Schöpfer des materiellen Designkonzepts hat jüngst an einer öffentlichen Fragerunde teilgenommen und sich zu diversen Themen geäußert. Wir fassen die wichtigsten Aussagen der „Ask Matías Anything“-Session zusammen – mit dabei: Einblicke in seine Arbeit bei Google und persönliche Visionen über die Zukunft von Android.

Chef-Designer bei Google: Matías Duarte stellt sich öffentlicher Fragerunde

Dem ursprünglichen Motto „Ask Me Anything“ entsprechend, hat sich Matías Duarte in seinem öffentlichen AMA diese Woche den zahlreichen Fragen von Enthusiasten – und mitunter auch Fans – gestellt. Der Chef-Designer von Google, der für gewöhnlich durch seine extravaganten Hemden auffällt, äußerte sich dabei unter anderem zu der Evolution von Android, der Arbeit bei Google sowie seinen persönlichen Zielen.

Wie weit ist Android heute?

In den Augen von Matías Duarte ist Android noch lange nicht am Ende seiner Evolution. Bei einem früheren Interview zu Zeiten von Android Honeycomb gab der Designer an, dass Android seiner Meinung nach erst zu dreißig Prozent fertig sei. Mit Lollipop konnte er nun diverse Designelemente integrieren, die von Beginn an auf seiner Agenda standen – etwa flüssige Animationen zwischen verschiedenen Oberflächen im System oder interaktionsfähige Benachrichtigungen. „Das Problem ist: meine Ambitionen sind ebenfalls gewachsen.“, gab er am Ende seiner Ausführung zu.

Duarte und seine Hemden (Quelle: <a href=
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Werden Entscheidungen durch die Reichweite von Android beeinflusst?

Seit er an Android mitarbeite, habe sich seine Art über Design zu denken verändert, ließ Duarte wissen. Die Entwicklung von Konzepten für ein ganzes Betriebssystem erfordert eine andere Herangehensweise. Denn es kann zwar ein einzelner Aspekt optimiert werden, dabei muss jedoch stets das gesamte Ökosystem im Hinterkopf behalten werden – vom simplen 2D-Game bis hin zur komplexen Business-App. „Das macht es in gewisser Hinsicht schwieriger, weil Entscheidungen und Konzepte gründlicher getestet werden müssen. Allerdings befreit es auch, denn die ‚richtige‘ Antwort ist nicht nur für die Benutzer, sondern auch die Entwickler richtig.“

Wie groß und strukturiert ist das Design-Team?

„Nicht so groß, wie ich es mir wünschen würde – aber groß genug, um Probleme zu bereiten“, verkündete Duarte. Bei kleinen Gruppen könne er alle in einen Konferenzraum zusammenrufen, um sich auf den Stand der Dinge zu bringen. Bei einer Vielzahl von Gruppen sei das jedoch nicht mehr möglich, weswegen strikte Zeitpläne und regelmäßige Gleichschaltung essentiell seien. Es ist seiner Ansicht nach wichtig, die eigenen Design-Ideen als Ziele und Kritik als Probleme auszudrücken. Doch er muss gleichermaßen gestehen: „[…] das ist eine schwierige Anpassung – war es zumindest für mich.“

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Taugt Material Design für den Desktop?

Die Designsprache zielt darauf ab, auf verschiedenen Systemen nutzbar zu sein. Dieses Ziel ist jedoch Duarte zufolge noch nicht erreicht. „Wir können das viel besser […]“, verspricht er und kündigt im gleichen Atemzug an, weiterhin an Material Design zu arbeiten. Dabei habe man im Team stets vor Augen, das Konzept besser und universeller zu machen.

Sind die Herstelleroberflächen frustrierend?

Dazu hat Matías Duarte eine – womöglich utopische – Vision: „Ich würde wirklich gerne sehen, dass Android ein Ökosystem ist, welches durch zahlreiche Anpassungen jedem Geschmack und jeder Anforderung gerecht werden kann. Das soll auf derselben Plattform basieren, wodurch Benutzer bei Geräten die freie Wahl haben ohne irgendetwas [hinsichtlich der Bedienung] neu lernen zu müssen.“ Als Vergleich zieht er ein Auto heran: Vom Hersteller unabhängig gibt es stets ein Lenkrad, die Bremse ist auf der einen und die Kupplung auf der anderen Seite. „Sie mögen völlig verschiedene Aufmachungen haben […], aber jeder weiß, wie sie zu fahren sind.“

Der Mangel an Konsens über universale Ikonographie ist sein persönliches „Pet Peeve“

Die Fragerunde zeigt, wie komplex das Gestalten einer so großen Plattform sein kann. Im Hintergrund arbeiten mehrere Teams unzählige Stunden. In Anbetracht dessen, hat Matías Duarte eine durchaus bemerkenswerte Arbeit geleistet, durch gründliche Koordination dem größten Android-Update seinen – optischen – Stempel aufzudrücken – und seine Initialen in Material Design zu verewigen. Getreu der Marketingkampagne von Google mit dem Motto „be together, not the same“ haben Entwickler durch das Designkonzept noch kreative Freiheiten, um tatsächlich ihre eigene Software zu konzipieren, während nach wie vor ein kohärentes Ökosystem beibehalten werden kann. In diesem Sinne gebührt Matías Duarte sehr wohl Anerkennung – „Lord Duarte“, „#holoyolo“, „#praiseDuARTe“ und dergleichen wollte er übrigens nicht kommentieren.

Quelle: Duarte AMA via XDA

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