Dropcam: Googles Nest kauft Hersteller von Heimüberwachungskameras

Rafael Thiel 7

Google ist weiterhin in Einkaufslaune: Mit Dropcam hat sich der Internetkonzern ein weiteres Startup gesichert – für schlappe 555 Millionen US-Dollar. Das recht junge Unternehmen ist auf Überwachungskameras für den Privatgebrauch mit Webanbindung spezialisiert und damit bislang ziemlich erfolgreich. Die Akquisition wurde jedoch offiziell nicht von Google getätigt, sondern vom Tochterunternehmen Nest, das als dedizierte Hardware-Sparte für Google fungiert.

Dropcam: Googles Nest kauft Hersteller von Heimüberwachungskameras

Als Google das Startup Nest für satte 3,2 Milliarden US-Dollar aufkaufte, fragte man sich vielerorts, was die Beweggründe für diese kostspielige Investition gewesen sein könnten. Nest beschäftigt sich grundsätzlich mit Heimautomatisierung – sicherlich höchst interessant, jedoch an sich kein ausgewiesenes Geschäftsfeld Googles. Mittlerweile scheint der Hersteller von intelligenten Thermostaten aber zum Hardware-Produzenten für den Internetkonzern aufgestiegen zu sein und löst somit mutmaßlich Motorola ab, das man im selben Zeitraum an Lenovo weitergereicht hat. Bereits kurz nach der Übernahme Nests kamen Gerüchte auf, dass Google mit dem eingekauften Personal womöglich eigene Wearables herstellen möchte – oder eben Überwachungskameras und möglicherweise andere Produkte aus dem Feld der Heimautomatisierung.

In einem Blogeintrag verkündete Nest die Akquisition. Dabei betonte man das eigene Interesse an Dropcam und stellte klar, dass nicht etwa Google die Übernahme forciert hatte. Denn Dropcam stellt Überwachungskameras her – in Zeiten von Geheimdienst-Skandalen und Angst um die eigene Privatsphäre wollte man in Mountain View so womöglich dem eigenen Image schadende Spekulationen vermeiden. Dementsprechend äußerte sich der Konzern bislang nicht zu der Übernahme. Momentan scheint Dropcam auch wirklich ausschließlich in die Betriebsstruktur von Nest integriert zu werden, übernimmt gar die Datenschutzbestimmungen des nunmehr nicht mehr unabhängigen Startups. Somit erhält Google keinen direkten Zugriff auf die Daten.

Das Thema Datenschutz ist in diesem Fall durchaus wichtig, denn die Dropcam-Produkte dürften ob ihrer Funktion über äußerst sensible Daten verfügen. Ursprünglich sah sich das Unternehmen lediglich als Dienstleister und funktionierte bestehende Web-Cams mit spezieller Software in kleine Überwachungskameras um. Schon damals wurden die Aufnahmen in die unternehmenseigene Cloud hochgeladen, wo sie gründlich analysiert wurden: Sollte sich eine Person unbefugt durch das Bild bewegen, sendet Dropcam wahlweise einen Alarm an das Smartphone des Besitzers. An diesem Service hat sich bis heute wenig geändert, jedoch stellt das Startup mittlerweile seine eigenen und deutlich geeigneteren Kameras zur Überwachung her. Da nach wie vor jegliche Videoaufnahme drahtlos hochgeladen wird, kann der Besitzer nun sogar wahlweise über das Smartphone, Tablet oder den Computer den „Livestream“ mitverfolgen. Dropcam veröffentlicht zwar keine Zahlen über seine Verkäufe, dürfte aber relativ erfolgreich sein, gehören die eigenen Produkte etwa bei Amazon zu den meistverkauften im Bereich Sicherheit.

Doch was hat Google mit Dropcam vor? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.

Quelle: Nest Blog [via Electronista]

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