Nach vielen Beschwerden geht Google jetzt ein Problem an, das manche Smartphone-Nutzer nur zu gut kennen: Apps, die auf dem Lockscreen nervige Werbung anzeigen. Eine Hintertür wird den App-Entwicklern aber dennoch offen gehalten.

 

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Raus aus dem Play Store: Bye bye Lockscreen-Werbung

Werbung auf Sperrbildschirmen mag niemand, doch sie scheint für manche Entwickler von Apps eine lohnenswerte Maßnahme zur Monetarisierung zu sein. Ein halbwegs prominentes Beispiel ist der „ES Datei Explorer“, der großflächige Anzeigen auf dem Lockscreen platziert – immer mit einer mehr oder weniger sinnvollen Funktion der App. Damit ist jetzt Schluss.

Google hat die Richtlinien zu „Monetarisierung und Werbung“ im Play Store überarbeitet. Demnach ist es den Entwicklern von Apps untersagt, auf dem Sperrbildschirm Werbung anzuzeigen. Allem Anschein nach haben sich genügend Nutzer beschwert, sodass Google jetzt durchgreift. Allerdings gibt es eine kleine Hintertür. In den aktualisierten Richtlinien heißt es nun offiziell:

„Nur wenn Apps ausschließlich auf den Sperrbildschirm ausgerichtet sind, dürfen über sie Werbung oder Funktionen eingeführt werden, mit denen das gesperrte Display eines Geräts monetarisiert wird.“

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Anders ausgedrückt: Werbung auf Lockscreens darf nur dann eingesetzt werden, wenn es sich um eine explizite Lockscreen-App handelt. Beim Großteil der Apps, die bislang an diesem Ort Werbung schalten, ist das nicht der Fall. „ES Datei Explorer“, „Hotspot Shield VPN“ und andere Kandidaten sind keine Sperrbildschirm-Apps, sondern bieten andere Funktionen. Beide Apps waren in den letzten Monaten negativ aufgefallen, unter anderem mit einem irreführenden „Charging Boost“, der ein schnelleres Laden versprach, aber im Grunde nur als Vorwand zur Anzeigenschaltung diente.

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Wann fliegen die Apps aus dem Play Store?

Noch ist unklar, wann Google tatsächlich durchgreift und die Apps aus dem Play Store schmeißt. Bislang wurde nur die Richtlinie aktualisiert. Gut möglich, dass der Konzern den App-Entwicklern jetzt eine kurze Gnadenfrist einräumt, bevor die Apps ganz verschwinden. Was sagt ihr zu dem Vorgehen?

Quelle: Richtlinienübersicht für Entwickler via Android Police