Fuchsia: Google-Entwickler äußert sich zum mysteriösen Android-Nachfolger

Rafael Thiel 1

Die Zukunft von Android sieht kurzfristig Android O und mittelfristig die darauf folgenden Iterationen des OS vor. Langfristig scheint Google aber ein neues mobiles Betriebssystem zu favorisieren, das sich in Mountain View als Fuchsia OS in aktiver Entwicklung befindet. Im Rahmen der Google I/O wurden leitende Entwickler auf das Projekt angesprochen. Die Antwort: Nebulös.

Neues zu Android O und Android Go auf der Google-I/O-2017-Keynote.

Während der Google I/O 2017 lud der Konzern, wie die Jahre zuvor auch, zu einem kleinen Kamingespräch („fireside chat“) ein. Dabei handelt es sich schlicht um ein informelles Treffen, in dem I/O-Gäste einigen Entwicklern aus verschiedensten Sparten Fragen stellen können, die jene auch mehr oder weniger ohne Maulkorb beantworten dürfen – nur aktive Projekte, die Google offiziell noch nicht angekündigt hat, sind offenbar weiterhin tabu. Denn auf Fuchsia angesprochen gab sich Dave Burke, leitender Android-Entwickler, ausweichend: (Übersetzung von uns)

„Fuchsia ist ein experimentelles Projekt im frühen Entwicklungsstadium. Wir bei Google haben, wie ihr sicherlich wisst, viele spannende Projekte. Ich denke, interessant hieran ist, dass es Open Source ist, sodass Leute es sehen und kommentieren können. Wie viele Projekte in frühem Entwicklungsstadium wird es sich vermutlich noch verändern und anpassen. Es arbeiten ein paar sehr schlaue Leute daran, Leute mit denen wir zusammengearbeitet haben, die wirklich gut sind. Also ist es irgendwie aufregend zu sehen, was passiert. Aber es ist definitiv etwas anderes … in gewisser Weise unabhängiges Projekt zu Android, und ja, das war’s im Großen und Ganzen.“

Welche Erkenntnisse lassen sich aus dieser Aussage nun gewinnen? Zunächst scheint Fuchsia noch in einer frühen Phase zu sein, in der noch nichts final ausgearbeitet ist. Vor einigen Wochen machten Bilder und Videos des gebooteten OS die Runde, die aber wohl auch nur einen temporären Schnappschuss darstellen und möglicherweise gar nichts mit dem Endprodukt gemein haben werden.

Außerdem ist Fuchsia dem Vernehmen nach komplett abgekoppelt vom Linux- und Java-basierten Android. Ein komplett eigenständig entwickeltes Betriebssystem dürfte für Google zahlreiche Vorteile bringen, angefangen damit, dass die Anpassung von Hardware und Software deutlich einfacher vonstatten gehen dürfte, wenn nicht auf einen veralteten Linux-Kernel und diverse Java-Baustellen Rücksicht genommen werden muss – ein Blick in Richtung iOS reicht.

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Fuchsia braucht noch Zeit

Es ist also nicht damit zu rechnen, dass Fuchsia einfach in Form eines alljährlichen Android-Updates erscheinen wird, sondern eher – zumindest zu Beginn – zusammen mit proprietärer Hardware aufschlägt. Insofern ist auch verständlich, dass Burke die Frage augenscheinlich unangenehm war, da Fuchsia einerseits noch unter Verschluss ist und er andererseits als Android-Entwickler vermutlich nur peripher damit zutun hat.

Bis Fuchsia also tatsächlich Smartphones, Tablets und Computer antreibt, so ja die vermeintliche Prämisse des Betriebssystems, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen. Und was ist eigentlich aus Andromeda geworden?

Quelle: Android Developers @YouTube via PocketNow

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