Chrome für Android: Neues Feature ermöglicht Kopieren und Einfügen wie von Zauberhand

Rafael Thiel

Eben noch etwas im Browser angeschaut, prompt die passende Information zum Einfügen in einer anderen App bereit. So in etwa stellt Google sich „Copyless Paste“ vor, ein bevorstehendes Feature für Chrome und Android. Kürzlich betrachtete Inhalte sollen kontextuell automatisch in der Zwischenablage landen, um dem Nutzer so das händische Kopieren abzunehmen.

Google Pixel und Daydream Hands-On.

Im jetzigen Stadium ist das Feature noch ausschließlich in Chrome integriert und in dessen Chromium-Code online bereits einsehbar. Allerdings erscheint eine systemweite oder zumindest auf ausgewählte (Google-) Apps ausgeweitete Implementierung durchaus naheliegend. Doch das tut aktuell nichts zur Sache, was kann „Copyless Paste“ denn nun konkret? Das Chrome-Team versucht es in wenigen Worten zu erklären:

Das Feature stellt Vorschläge für Texteingabe bereit, basierend auf dem jüngsten Kontext. Zum Beispiel: Wenn der Nutzer eine Restaurant-Webseite [in Chrome] betrachtet und dann zu Google Maps wechselt, würde die Tastatur den Namen des Restaurants zum direkten Einfügen in die Suchleiste vorschlagen. Die Daten werden lokal erfasst und nie an einen Server gesendet. Im Inkognito-Modus ist „Copyless Paste“ deaktiviert.

Das erspart entweder das händische Kopieren oder aber unter Umständen das Zurückkehren zu den Google-Suchergebnissen, wo es in der Regel eine direkte Verknüpfung zu Maps gibt. Fürwahr, kein Game Changer, wohl aber eine nützliche Erweiterung. Zudem ist Maps zwar schon in diversen Google-Diensten integriert oder verknüpft, aber was wenn der Nutzer nach Betrachtung der Restaurant-Webseite eine alternative Routen-App benutzen will? In Deutschland besitzt Maps schließlich nur in einigen Städten Informationen zum örtlichen Nahverkehr.

Ebenfalls vorstellbar ist, dass „Copyless Paste“ bei Aufruf der Telefon-App die Nummer des Restaurants einfügt oder in der Kalender-App einen Eintrag vorbereitet mit Name und Adresse besagten Lokals. Das Ganze ließe sich sogar weiterspinnen auf andere Google-Apps, die davon profitieren würden. Ein betrachtetes YouTube-Video könnte als Link automatisch beim Öffnen von Hangouts (oder eines anderen Messengers) als Vorschlag herhalten. Oder den Spieß umgedreht: Maps hinterlegt die betrachtete Adresse in der Zwischenablage, um sie beispielsweise in Gmail oder Inbox anzubieten.

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„Copyless Paste“ ist Komfort – nicht mehr, nicht weniger

Natürlich gibt es schon zahlreiche Mittel und Wege, um obige Szenarien halbwegs bequem zu erfüllen. Jedoch lässt die Teilen-Funktion unter Android bis heute zu wünschen übrig, das mit Android 6.0 eingeführte Direct Share schlägt etwa nur selten passende Kontakte vor und die Reihenfolge der angebotenen Apps ist des Öfteren auch suboptimal. Zudem erfordert auch das noch ein paar Nutzereingaben mehr, als es ein ausgereiftes „Copyless Paste“ würde. Wie gesagt, kein Game Changer, aber eine nette Komfortfunktion. Mutmaßlich wird Google auf der nahenden I/O-Entwicklerkonferenz noch ein paar Worte zu „Copyless Paste“, auch im Zusammenhang mit Android O, verlieren.

Quelle: Chromium via Engadget

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