Google & Co.: Bundesinnenminister gegen Personenprofile

Martin Malischek

Die bis dato gültigen EU-Datenschutzrichtlinien stammen aus dem Jahr 1995. Mit der Neugestaltung sollen sie an die jetzigen Gegebenheiten angepasst werden. Bundesinnenminister Thomas de Maizére spricht sich gegen Persönlichkeitsprofile von Google & Co. aus.

Google & Co.: Bundesinnenminister gegen Personenprofile
Bildquelle: Close-up of the Google.com search homepage | shutterstock.

Die jetzigen EU-Datenschutzrichtlinien können bis dato von den betroffenen Ländern nach ihren eigenen Bedürfnissen angepasst und auch enger geschnallt werden. Die zukünftig in Kraft tretenden wohl nicht, die Härte der Umsetzung bleibt nichtsdestotrotz in der Handhabung der jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten.

Mit den Richtlinien aus dem Jahr 1995 dürfen personenbezogene Daten zwar nur mit der Einwilligung des jeweiligen Nutzers gesammelt werden, ein Hinweis hierauf versteckt sich jedoch meist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Dienstes. Möchte ein Nutzer nicht, dass Daten von ihm erhoben werden, kann er sich beim Großteil der Dienste erst gar nicht anmelden.

Google erstellt Bewegungsprofil - nicht im Sinne der Nutzer

google-maps-android

Bezüglich der Neugestaltung äußerte sich der CDU-Politiker Thomas de Maizére gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gegenüber ihr gab er ein Beispiel an, dass den übermäßigen Gebrauch einer solchen Einwilligung der Nutzung von personenbezogenen Daten deutlich macht:

„Wenn Sie zum Beispiel sagen, Google darf Ihren Standort verwenden, um die Wegstrecke zu berechnen, dann wollen Sie damit sicher nicht einwilligen, dass Google Ihr Bewegungsprofil erstellt“.

Über dieses berichteten wir übrigens bereits. In diesem Artikel erfahrt ihr, welche ortsbezogenen Daten Google von euch gespeichert hat und wie ihr die Verfolgung dieser ausschalten könnt.

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Top-10-Handys: Das sind die besten Kamera-Smartphones.

Weiterhin Big Data erstellen - jedoch im Sinne des Nutzers

Speziell geht es um das Sammeln von personenbezogenen Daten, um sie dann für Vermarktungszwecke zu nutzen: „Wir brauchen zusätzliche Instrumente, die eine sinnvolle Nutzung von Big Data ermöglichen und zugleich die unzulässige Erstellung von Persönlichkeitsprofilen unterbinden.“, so de Maizére weiter im Interview.

Eine Nutzung von Daten eines Nutzers, die anonymisiert verarbeitet und analysiert werden, wünscht sich der CDU-Politiker ohne Einwilligung der jeweiligen Person. Maizére will einen „Sicherheitsstandard ‚Made in Europa‘ bekommen“, der weltweit Anklang findet und nach dem EU-Vorbild umgesetzt wird.

Die Verhandlungen über eine europaweite Datenschutz-Grundverordnung soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden.

via ZDNet Quelle: FAZ

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung