Vor kurzem änderte und vereinheitlichte Google seine Datenschutzbestimmungen. Die vielbeachteten Änderungen sahen vor allem eine bessere Verknüpfung der Dienste untereinander vor. Aber warum das Ganze? Die meisten Stimmen zu dieser Frage sind der Meinung, dass es vor allem um bessere Anpassung von Google-Werbung auf die Benutzer geht. Das ist sicher ein Grund; eine neue, weitere Theorie besagt, dass Google diesen Schritt vor allem für Projekt Majel geht – dem persönlichen Assistenten in Android, mit dem Google Apples Siri Konkurrenz machen will.

Tatsächlich weiß noch keiner genau, was sich hinter Majel verbirgt, aber ersten Gerüchten zufolge sollen damit Informationen aus allen Google-Diensten verknüpft werden, um dem Nutzer einen umfassenden sprachgesteuerten Assistenten zur Verfügung zu stellen, der an den Bordcomputer der USS Enterprise erinnert. Daher auch der Name, denn die Ehefrau des Star Trek-Erdenkers Gene Rodenberry, Majel Barett-Roddenberry, lieh dem Bordcomputer der Enterprise ihre Stimme (und ging Captain Picard als Lwaxana Troy auf die Nerven - was wir für Google Majel nicht hoffen).

Um alle Daten der Google Dienste verwenden zu können, ist es nötig, dass die Mauern zwischen ihnen eingerissen werden, so die Theorie von Matthew Ary auf The Verge. Bislang existierten Datenschutzbestimmungen bei den einzelnen Google-Diensten, die sich zum Teil widersprachen und den Transfer von Informationen möglicherweise sogar untersagten. Wenn Google Majel nun auf die Daten aus Blogger, Google+, Google Photos und Google Docs zugreifen können soll, müssten diese Mauern eingerissen werden.

Aus unserer Sicht ergibt das alles Sinn, denn der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt hatte bereits im August letzten Jahres seine Vision der Zukunft von Google und Android ausgegeben (Übersetzung von uns):

In Schmidts „kommerzieller Fantasie“ fährt man eine Straße entlang. Plötzlich weiß das Smartphone irgendwie, dass man neue Hosen benötigt. Das Telefon bemerkt, dass es auf der linken Straßenseite einen Hosenladen gibt und auf der rechten Straßenseite ebenfalls. Dank Google Offers weiß das Telefon ebenfalls, dass es das bessere Hosenangebot in dem Laden auf der rechten Seite gibt. Das GPS im Gerät sagt: „Nach rechts drehen für neue Hosen“. In dem Moment, als man den Laden betritt, weiß das System, wer man ist, dass man neue Hosen bracht. Also bringt dir ein Angestellter deine neuen Hosen. Man tappt auf sein Smartphone, um zu zahlen und zack - neue Hose.

Möglicherweise ist Majel ja genau das: Eine Einrichtung zur Organisation von Hosenkäufen und anderen Erfordernissen des normalen menschlichen Alltags, zu denen zerstreute Nerds wie wir gelegentlich nicht in der Lage sind. Wann Majel kommt, ist noch nicht bekannt, aber vielleicht ist es ja schon zum Release von Android „Jelly Bean“ soweit. Eines steht fest: Majel wird spannend. Wir berichten weiter darüber, sobald es wieder Berichtenswertes gibt.

[via The Verge]