Google: Drohnen-Spezialisten Titan Aerospace übernommen, Facebook ausgestochen

Andreas Floemer 1

Google ist weiter auf Shopping-Tour: Das Unternehmen aus Mountain View hat den Drohnenbauer Titan Aerospace übernommen, um unter anderem sein Project Loon weiter voranzutreiben und entlegene Gegenden mit Internet zu versorgen. Gerüchten zufolge war auch Facebook an dem Unternehmen interessiert, Google war aber offenbar schneller oder hatte ein besseres Angebot unterbreitet. 

Google: Drohnen-Spezialisten Titan Aerospace übernommen, Facebook ausgestochen

Google hat am gestrigen Montagabend bekannt gegeben, den Drohnenbauer Titan Aerospace übernommen zu haben. Bei dem Unternehmen handelt es sich um einen Spezialisten für autonome Fluggeräte, die in großen Höhen von bis zu 19 Kilometern fliegen können, um so dem Passagier- und Frachtluftverkehr nicht in die Quere zu kommen. Die Drohnen, die sich noch in der Entwicklung befinden, sollen mit Sonnenenergie betrieben werden und so bis zu fünf Jahre – praktisch wie Satelliten – in der Luft bleiben. Aufgrund dieser Eigenschaft nennt der das Unternehmen seine Drohnen auch „SOLARA Atmosats“ – atmosphärische Satelliten.

Dass es sich bei diesen Fluggeräten um keine Spielzeuge handelt, wird deutlich, wenn man sich die Spannweite des kleineren Modells Solara 50 von beinahe 50 Metern vor Augen führt – diese entspricht der Flügelbreite des Großraumflugzeugs Boeing 767 Jetliner, so das Wall Street Journal.

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Laut Google sollen die unbemannten Fluggeräte für Project Loon eingesetzt werden. Bei diesem handelt es sich um einen sogenannten „Moonshot“ des Unternehmens, das in den Google X-Labs angesiedelt ist. Ziel von Project Loon ist es, entlegene Gegenden und Entwicklungsländer aus der Luft mit Internetzugängen versorgen. Bislang setzt man auf Ballons aus Polyethylen, die Drohnen sollen praktisch den „Fuhrpark“ erweitern.

Die Drohnen können abgesehen von der Bereitstellung von mobilem Internet außerdem zur Sammlung hochauflösenden Bildmaterials der Erde dienen, die Google in seinen Kartendienste Google Maps integrieren könnte. Diese Art der Datensammlung durch atmosphärische Satelliten sei weit günstiger als die Nutzung von Satelliten, die in der Erdumlaufbahn kreisen. Überdies könnten diese Fluggeräte bei anderen Projekten nützlich sein, etwa zur Katastrophenhilfe oder der Dokumentierung der Umweltzerstörung.

Titan Aerospace, das seinen Unternehmenssitz in Moriarty, New Mexico hat, soll auch von Facebook umworben worden sein, dieser Deal ist aber offensichtlich nicht zustande gekommen. Stattdessen hat Facebook den britischen Drohnen-Experten Ascenta übernommen. Somit sind die beiden Internetgrößen nun in Besitz von Drohnen-Experten, mit denen man günstige Internet-Zugänge in entfernte Regionen in Entwicklungsländern bringen möchte. Wann die ersten Fluggeräte in die Luft gehen werden, ist derzeit noch nicht klar, obwohl Titan Aerospace davon spricht, erste fertige Drohnen 2015 fertig zu haben, allerdings stehe man noch vor diversen technischen Hürden.

Quelle: WSJ

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