Google: Elektronisches Tattoo mit Mikrofonfunktion patentiert

Lukas Funk 13

Dass Google nicht nur an kurzfristigen Projekten arbeitet, sondern jetzt schon massiv an Zukunftstechnologien forscht, dürfte spätestens seit dem selbstfahrenden Auto und Google Glass bekannt sein. Das neueste Patent, das dem Unternehmen aus Mountain View zugesprochen wurde, geht aber noch einen Schritt weiter: Ein elektronisches Tattoo soll am Hals angebracht als Mikrofon dienen.

Google: Elektronisches Tattoo mit Mikrofonfunktion patentiert

Man möchte meinen, Science Fiction-Filme seien die größte Inspirationsquelle Googles, so futuristisch scheint das Patent, das dem Unternehmen in der letzten Woche gewährt wurde. Dieses behandelt ein nicht permanentes elektronisches Tattoo, das auf den Hals des Nutzers aufgetragen wird. Im Tattoo enthalten ist ein Microcontroller, ein kabelloses Funkmodul sowie ein Energiemodul, das WLAN-Signale in Strom umwandelt und so das Tattoo betreibt.

google-elektronisches-tattoo-2

Hauptkomponente ist aber ein Mikrofon, das kabellos mit einem Smartphone — im Patenttext neutral als Mobiles Kommunikationsgerät (Mobile Communication Device, MCD) beschrieben — in Verbindung steht. Erhält das Mikrofon vom gekoppelten Gerät ein Signal, beispielsweise durch einen ein- oder ausgehenden Anruf, so wird es aktiv und erfasst die Frequenz der vom Sprecher ausgegebenen Sprache. Diese wird mit den vom MCD aufgefangenen Frequenzen verglichen, um fremde Frequenzen — sprich: Hintergrundlärm — herauszufiltern.

Dieser Ansatz entspricht in umgekehrter Weise der derzeit gängigen Methode, über mehrere Mikrofone am Smartphone das Umgebungsrauschen zu analysieren und dieses von den Frequenzen, die vom Hauptmikrofon eingefangen wurden, zu subtrahieren. Neben Smartphones wäre auch der Einsatz mit Google Glass denkbar, da das Mikrofon der Cyberbrille im Gegensatz zum Telefon weiter vom Mund des Sprechers entfernt ist und sich der Hintergrundlärm entsprechend schwerer herausfiltern lässt.

Alternativ zum Mikrofon schlägt Google auch die Verwendung eines Lügendetektors vor, der anhand der elektrodermalen Aktivität — also der Spannungsänderung der Haut des Trägers — unwahre Aussagen erkennt.

Ob Googles Patent jemals in dieser Form zum Einsatz kommen wird und welchen genauen Zweck Mountain View damit verfolgt, ist noch nicht bekannt. Wir sind auf die weitere Entwicklung gespannt und melden Neuigkeiten natürlich umgehend.

Quelle: United States Patent and Trademark Office [via Softpedia]

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung