Google: Gerüchte um eigenen Tablet-Shop

Amir Tamannai 7

Wie das Wall Street Journal berichtet, möchte Google den bislang verglichen mit iPad und Kindle Fire eher schleppenden Verkauf der Android-Tablets teilweise selbst in die Hand nehmen: Über einen eigenen Vertriebskanal plant Mountain View, Google-gebrandete ASUS- und Samsung-Geräte zum subventionierten Preis unters Volk zu bringen.

Google: Gerüchte um eigenen Tablet-Shop

Verglichen mit Apples iPad und dem in den USA überaus erfolgreichen Kindle Fire von Amazon, liegen die regulären Android-Tablet nach wie vor wie Blei in den Ladenregalen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Hohe Preise, fehlende auf den Tablet-Formfaktor optimierte Apps, verwirrende Modellpolitik der einzelnen Hersteller, zum Teil unausgereifte Produkte und (verglichen mit iOS) auch ein noch nicht ganz ausgereiftes OS; vielleicht aber auch die Tatsache, dass Tablets immer noch eher als Lifestyle-Objekte oder Geek-Ware gelten, halten den von uns und Google erwarteten wie erhofften endgültigen Durchbruch der Flachmänner auf.

Google selbst scheint davon nun die Nase voll zu haben. Die gemunkelte Maßnahme, in den nächsten Monaten gemeinsam mit ASUS ein schnelles und vor allem günstiges Nexus-Tablet auf den Markt zu bringen, wäre ein erster Schritt; einem Bericht des Wall Street Journal zufolge denkt man in Mountain View aber schon viel weiter und umfassender: So plant das Unternehmen über kurz oder lang, einen eigenen Online-Shop für Tablets zu eröffnen, in dem Geräte von Samsung, ASUS und Motorola mit Google-Branding zum subventionierten Preis verkauft werden sollen.

Details zu dem Projekt sind noch unklar, auch haben bislang weder Google noch ASUS oder Samsung konkret zu der Meldung Stellung bezogen. Logisch wäre er aber in jedem Fall: Google wird mit Jelly Bean und den darauffolgenden Android-Versionen weiter an der Customer Experience schrauben und über kurz oder lang sehr wahrscheinlich ein Tablet-OS auf die Beine stellen, dass es locker mit iOS aufnehmen kann. Was dann fehlen würde, wären „eigene“, perfekt optimierte und vernünftig platzierte Geräte. An einem Ökosystem mit leicht kaufbaren Inhalten arbeitet man dank Google Play ja bereits.

Wenn man in Mountain View den „Apple-Weg“ geht, und Tablets quasi aus einer Hand anbietet, diese zusätzlich aber so preisgünstig macht, dass kein Weg mehr an ihnen vorbeiführt, würde man die relevanten Teile des Marktes relativ schnell durchdringen. Wie lange das wirtschaftlich Sinn macht, müssen sich die Ökonomen bei Google überlegen – leisten könnte man sich in Mountain View ein paar Monate oder gar Jahre subventionierter Tablets gewiss.

Stichwort Marktdurchsetzung: Meine an sich wenig Technik-affine Frau Mama hat bereits verlauten lassen, dass sie sich ein etwaiges 200 Euro-7 Zoll-Tablet von ASUS/Google durchaus kaufen würde – zum „E-Mails checken“ im Urlaub …

Quelle: WSJ [via netbooknews.de]

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