Google I/O 2014-Vorschau: Was auf der Entwicklerkonferenz vorgestellt werden könnte [Update]

Andreas Floemer 19

Am kommenden Mittwoch, den 25. Juni, findet das größte Google-Event des Jahres statt. Im Zuge der I/O-Entwicklerkonferenz, die im Moscone Center in San Francisco ausgetragen wird, wird das Unternehmen aus Mountain View wie jedes Jahr eine Vielzahl an neuen Produkten vorstellen. Bislang gibt es lediglich Andeutungen und Leaks, die vermuten lassen, was Google im Zuge der zweistündigen Keynote alles präsentieren wird. Wir fassen zusammen, womit Google uns überraschen könnte.

Google I/O 2014-Vorschau: Was auf der Entwicklerkonferenz vorgestellt werden könnte [Update]
Hier geht es zum Livestream der Google I/O 2014-Keynote. Start Mittwoch (25.06.2014) 18 Uhr.

Quantum Paper: Großes, plattformübergreifendes Redesign steht bevor

Das Motto der diesjährigen Google I/O lautet: „Design, Develop & Distribute“. Teil eins dieses Mottos impliziert, was Chefdesigner Matias Duarte bereits vor geraumer Zeit bekannt gab: Das Thema Design, das Google bislang recht stiefmütterlich behandelt hatte, wird künftig verstärkt in den Vordergrund treten. Ferner erläuterte Duarte, dass auch die Gestaltung des Design-Prozesses anders verlaufen wird. Laut Duarte soll die UI-Entwicklung sich nicht mehr an bestimmten Formfaktoren, etwa 5-Zoll-Geräten, Tablets oder Computern orientieren, sondern vorrangig den Komfort der Nutzer im Fokus haben.

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Passend zu dieser Aussage sind Googles Absichten einer Umgestaltung der Nutzererfahrung mit dem Codenamen „Quantum Paper“ aufgetaucht. Dieses umfasst nicht nur die Änderung der Android-Nutzeroberfläche, sondern beinhaltet auch das Redesign von Web- und sogar iOS-UIs – man kann von einem plattformübergreifenden Projekt sprechen. Ziel von Quantum Paper ist die weitgehende Vereinheitlichung der Designs – man wolle das bisher vorhandene, inkonsistente UI-Framework stärker vereinheitlichen.

Dass eine Designänderung vor der Tür steht, manifestiert sich indes nicht nur an den Leaks, sondern auch an der Google+- und Google I/O-App, die bereits Ansätze einer neuen Design-Ära andeuten. Ferner hat Google bereits ein Web Starter-Kit veröffentlicht, das die Marschrichtung aufzeigt, in die Google sein Design bewegen wird.

Inwiefern Android zu diesem Zeitpunkt in den Crossplattform-Designprozess eingebunden ist, bleibt abzuwarten. Denn diesbezüglich gibt es abgesehen von den Mockups, die im Zuge des Project Hera geleakt sind, nur wenige Erkenntnisse. Sicher ist, dass Google eine Vielzahl seiner Anwendungen aktualisieren wird, um sie so auf den neuesten Designstand zu bringen.

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Android Wear inklusive Smartwatches

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Die Vorstellung der neuen plattformübergreifenden Designsprache Googles kann als gesetzt betrachtet werden. Ebenso sicher ist die Präsentation des im März angekündigten Wearable OS Android Wear. Diesem Thema sind allerhand Sessions für Entwickler im Zuge der I/O gewidmet, zudem wurde von Google-Entwicklern im Vorfeld angedeutet, dass es allerhand Neues zu Android Wear und der Hardware geben wird.

In puncto Hardware wird mit Sicherheit die mit Google entstandene Smartwatch LG G Watch vorgestellt, die Gerüchten zufolge auch als Goodie an die Teilnehmer der I/O verteilt wird. Möglich ist zudem, dass die Moto 360 endlich en détail zu sehen sein wird, ferner ist seit Kurzem von der Vorstellung einer Smartwatch aus dem Hause Samsung die Rede.

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Android 5.0: Kommt das große Upgrade zur I/O – oder nicht?

Update: Android-Chef Sundar Pichai hat mittlerweile bestätigt, dass die nächste Android-Iteration vorgestellt wird, aber anders als üblich. Mehr dazu in unserem separaten Artikel.

Während die beiden ersten beiden Themenblöcke mit Quantum Paper und Android Wear feststehen, schwebt noch ein großes Fragezeichen über der Vorstellung einer neuen Android-Version. Zwar gibt es allerhand Indizien, die dafür sprechen, jedoch ist es angesichts des ungewissen Entwicklungsstandes der Implementierung der neuen Designrichtlinien ungewiss.

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ART ersetzt Dalvik, 64-Bit hält Einzug

Falls Google Android 4.5 oder 5.0 mit dem Buchstaben „L“ wie Lollipop, Licorice oder Lemonpie vorstellt, ist damit zu rechnen, dass abgesehen von optischen Änderungen, viel neues „unter der Haube“ stattfinden wird. Zum einen gilt beispielsweise als gesetzt, dass Google die in die Jahre gekommene Laufzeitumgebung Dalvik gegen die mit Android 4.4 in Testbetrieb genommene ART auswechseln wird. Diese soll zum einen ein Stück weit an der Performanceschraube drehen und zugleich auch die Akkulaufzeit verbessern. Zum anderen ist davon die Rede, dass Android 5.0 64-Bit-kompatibel wird. Ob allerdings schon entsprechende Hardware vorgestellt wird, ist ungewiss – eines der ersten 64-Bit Android-Geräte könnte das Nexus 9 „Volantis“ von HTC werden, das mit Nvidias Tegra K1 Denver-SoC läuft. Dieses wird allerdings erst im Herbst dieses Jahres erwartet.

Kill Switch für mehr Sicherheit

Überdies heißt es aus offizieller Quelle, dass mit der nächsten Android-Version ein sogenannter Kill Switch Einzug halten wird, mit dem das Smartphone oder Tablet besser vor unberechtigten Zugriffen geschützt sein soll. Mit dieser Technologie wird es möglich sein, Geräte aus der Ferne zu sperren oder gar zu löschen und endgültig unbrauchbar zu machen, sodass Unbefugte keinen Zugriff auf sensible Daten erhalten.

Project Hera, „Ok Google everywhere“ & Android for Business

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Einige weitere Android-Bestandteile, die in den vergangenen Monaten durch die Gerüchteküche gereicht wurden, sind das Project Hera, die aufgebohrte Sprachsuche „OK Google everywhere“ und Android für den Unternehmenseinsatz.

Mit dem Project Hera beabsichtigt Google eine stärkere Verschmelzung von nativen, Web-Apps und der Suche in Android unterzubringen. Dies soll zum Teil über eine erweiterte Multitasking-Funktion vonstatten gehen. Angesichts dessen, dass mit der letzten Android-Version die Suche zum Launcher mutiert ist, kann dieser nächste Schritt nur als konsequent betrachtet werden.

Ebenso konsequent wäre die Ausweitung der Sprachsuche mittels Hotword „Okay Google“. Bislang ist diese nur vom Homescreen oder Google Now möglich. Künftig könnte diese je nach Kontext beziehungsweise Anwendung neue Tricks beherrschen – beispielsweise in der Foto-App ein Foto senden.

Android ist im Unternehmenseinsatz immer noch nicht wirklich angekommen. Dies soll sich allerdings bald ändern, denn Gerüchten zufolge sollen diese Funktionen sehr bald integriert werden. Das Fernlöschen sensibler Daten soll ebenso möglich sein, wie die Integration in ein Firmennetzwerk. Zudem heißt es, dass Android sicherer werden soll. Mit Divide hat Google sich vor geraumer Zeit einen Spezialisten für diese Funktionen einverleibt. Da die Übernahme noch recht frisch ist, gehen wir davon aus, dass diese Funktionalität frühestens im Herbst dieses Jahres mit der nächsten Android-Iteration kommen könnte.

Kurzum: Eine neue Android-Version könnte zur Google I/O 2014 (oder einige Wochen später) kommen, jedoch bleibt wie eingangs erwähnt offen, wie umfangreich das Update werden wird. Denn einige Elemente scheinen noch unfertig zu sein. Nichtsdestotrotz bleibt es spannend.

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Erweiterung der Google Play Dienste mit Nearby und Play Fitness, Kamera APIs

Da Google dank der Google Play Dienste Teile der OS-Funktionen auch außerhalb der großen Android-Updates aktualisieren und erweitern kann, könnten einige Features noch rasch auf vielen Geräten landen.

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In diesem Kontext sei das „Nearby“ getaufte Feature erwähnt, mit dem auch ältere Geräte Funktionen zur Ortserkennung erhalten sollen, damit sie sich automatisch untereinander verbinden können.

Ebenso gehört die schon mehrfach geleakte Gesundheits- und Fitnessplattform Googles, die letzten Informationen zufolge „Google Play Fitness“ heißen wird, dazu. Diese Funktion soll APIs für Fitness-Tracker und ähnliche Accessoires bieten und zudem über enge Verzahnung mit Android Wear verfügen.

Ferner zeichnet sich seit Ende letzten Jahres ab, dass Google seine hauseigene Kamera-App, die mittlerweile in den Play Store ausgelagert wurde, mit neuen Tricks versehen wird. Zum einen stehen die Unterstützung von RAW-Format, automatischer Gesichtserkennung und Burst-Mode im Raum. Zum anderen sollen Entwickler APIs erhalten, mit denen sie Anwendungen, sprich Erweiterungen, wie Filter und Co. für die Kamera entwickeln, oder ihre existierenden einbinden können.

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Android TV – Google TV neu aufgelegt

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In diesem Jahr scheint Google einen weiteren Anlauf ins Wohnzimmer vorzunehmen. Google TV wurde ad acta gelegt, als neuer Versuch soll Android TV dienen, so die Gerüchte. Android TV ist wie Google TV eine Plattform  – Hardware soll von entsprechenden Partnern kommen, die vermutlich im Laufe der I/O genannt werden. Im Unterschied zu Google TV soll Android TV aber weit reduzierter in Sachen Nutzeroberfläche gestaltet sein und eine leichtere Bedienung erhalten. Ebenso möchte man wohl über viele Content-Partnerschaften mit Medienunternehmen Nutzer gewinnen.

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Google Auto Link: Android im Auto

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Nicht nur im Wohnzimmer will Google sich breit machen, auch im Auto wird Android als OS Verwendung finden. Letzten Informationen zufolge soll das Unternehmen in Kooperation mit namhaften Autoherstellern wie Audi und anderen das in der Open Automotive Alliance (OOA) entstandene Google Auto Link präsentieren. Zwar wird noch nicht angekündigt werden, welche Autos mit dieser Technologie ausgerüstet werden, allerdings sollen wenigstens Design und Funktionsweise demonstriert werden.

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Was noch: Nexus-Hardware, Project Ara, Google Glass

Ob wir neue Nexus-Hardware auf der I/O zu sehen bekommen, ist fraglich – zumindest gab es außer dem Nexus 9 keinerlei Hinweise geschweige denn Sichtungen. Dennoch ist es durchaus möglich, dass Google möglicherweise einen Nachfolger des Nexus 7 vorstellt, wenn gleich dies unwahrscheinlich ist. Aber vielleicht erläutert Google seine Pläne bezüglich des Silver Programms.

Neue Hardware außer den Smartwatches könnte es aber dennoch geben, denn es ist recht wahrscheinlich, dass Google seine Cyberbrille endlich offiziell für die Masse freigibt. Dies dürfte nicht nur für den US-Markt von Relevanz sein: Auf der Google Support-Webseite wurde Google Glass nun auch für Großbritannien gesichtet, sodass ein Auftritt auf der I/O umso wahrscheinlicher ist.

Update: Eventuell könnte Google doch ein neues Smartphone vorstellen. Allerdings kein Nexus- oder Silver-Gerät, sondern das möglicherweise letzte Motorola-Smartphone, das unter Google-Ägide entstanden ist: das Moto X+1. Dies zumindest munkelt man in der Gerüchteküche. Wir sind noch etwas skeptisch - heute Abend wissen wir mehr.

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Des Weiteren zeichnet sich ab, dass wir neue Details zu Project Ara erhalten und sich im Bereich von Chrome und Chrome OS Einiges bewegen wird. Ebenso ist davon auszugehen, dass das Thema Cloud eine große Rolle spielen wird.

Allein schon anhand dieser nicht einmal vollständigen Übersicht können wir davon ausgehen, dass die diesjährige Google I/O-Keynote sehr spannend werden wird. Zum einen scheinen wir viele Android-relevante Themen kredenzt zu bekommen. Zum anderen bleibt die Spannung groß, da Google sich recht bedeckt hält, was das große Android-Update anbelangt beziehungsweise ob überhaupt eines kommt. Es deutet zwar allerhand darauf hin, doch Gewissheit besteht absolut nicht.

Wir werden am kommenden Mittwoch zeitnah über die Neuerungen berichten, die Google im Laufe der zwei Stunden dauernden Keynote vorstellen wird.

Um den Überblick über das Google I/O-Programm zu behalten, empfehlen wir die entsprechende App:

Google I/O 2019
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Hier geht es zum Livestream der Google I/O-Keynote – Beginn heute Abend, den 25.06., 18:00h:

  • Google I/O 2014-Keynote: Livestream zum Android-Event heute Abend ab 18:00 Uhr

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