Google im Weltall: 180 Satelliten sollen Internet in entlegene Regionen bringen [Gerücht]

Tuan Le 5

Googles angebliche Pläne für ein globales WLAN-Netzwerk klangen bereits ehrgeizig, doch dass dem Suchmaschinenriesen durchaus mehr zuzutrauen ist, zeigen die neuesten Gerüchte bezüglich einer Expansion ins Weltall. Um noch mehr Nutzern auf der Welt den Zugang ins Internet, und insbesondere natürlich zu den Google-Diensten, ermöglichen zu können, plant der Konzern laut Informationen des Wall Street Journals 180 Satelliten ins Weltall zu schicken.

Google im Weltall: 180 Satelliten sollen Internet in entlegene Regionen bringen [Gerücht]

Eine der wichtigsten Einnahmequellen für Google ist und bleibt die Schaltung von Werbeanzeigen, inklusive der dazugehörigen Datenerhebung auf Grundlage der Surfgewohnheiten der Nutzer. Wenig verwunderlich also, dass das Interesse des Unternehmens insbesondere auch auf die vielen Milliarden Menschen auf der Welt gerichtet ist, die bislang noch keinen Zugang ins Internet besitzen. Damit sich dieser Umstand in Zukunft ändert, hat Google laut einem Bericht des Wall Street Journals den Gründer der Firma O3b Networks angeheuert und arbeitet aktuell an einem neuartigen Internet-Dienst, welcher mithilfe von 180 Satelliten das Internet selbst in die entlegensten Ecken der Welt bringen soll.

Das von Google angesteuerte Projekt soll sich hierbei an dem bereits von O3b - eine Abkürzung für „the other 3 billion“, welche auf die drei Milliarden Menschen in Entwicklungsländern und abgelegenen Regionen ohne Internetzugang zurückzuführen ist - in Amerika eingeführten Netzwerk orientieren. Dort decken die Satelliten den gesamten Längengrad in der Breite der Grenze zwischen den USA und Kanada ab: Die Distanz der Satelliten von O3b zur Erdoberfläche ist hierbei mit etwa 8.000 Kilometern vergleichsweise niedrig, wodurch eine schnellere Datenübertragung mit geringer Latenz möglich ist.

Toit CDL

Raketen-Start eines Satelliten von O3b

Googles Pläne sind allerdings noch ambitionierter, will man doch schließlich mit den 180 kleineren und mit nur 113 Kilogramm erheblich leichteren Satelliten (Zum Vergleich: Die Satelliten von O3b wiegen 680 Kilogramm) ein weit größeres Areal abdecken. Die Kosten für die neuen Satelliten werden von Google aktuell zwischen 1 und 3 Milliarden US-Dollar geschätzt, wobei das gesamte Projekt aktuell noch in der frühen Planungsphase zu stecken scheint. Experten wie der Inhaber des Satellitenunternehmens TelAstra Inc., Roger Rusch, gehen davon aus, dass die Kosten die aktuellen Einschätzungen noch erheblich übersteigen werden und das Projekt Google sogar bis zu 20 Milliarden US-Dollar kosten könnte.

Die Satelliten stellen nur einen Teil des Netzwerkes dar, mit dem Google in Zukunft auch den Rest der Menschheit mit Internet versorgen möchte. Erst im April wurde von dem Konzern das Startup Titan Aerospace aufgekauft, welches durch die Produktion von solarbetriebenen Drohnen auf sich aufmerksam machen konnte. Voraussichtlich werden die Drohnen langfristig die im Project Loon verwendeten Ballons als Transmitter für die Netzwerkübertragung mit hoher Bandbreite in kleineren Arealen ersetzen, wohingegen die Satelliten vornehmlich größere Areale flächendeckend mit langsamerem Internet versorgen sollen.

Was sagt Ihr zur Invasion der Google-Satelliten im Weltall? Profitieren die Nutzer weltweit davon oder steht ihr der Angelegenheit mit Argwohn gegenüber? Sagt es uns wie immer unten in den Kommentaren.

Quelle: WSJ [via Android Police]

Bildquellen: NASA, O3b

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung