Google kauft Emu: Intelligenter Messenger könnte in Hangouts integriert werden

Lukas Funk

Google hat das Startup hinter dem Messenger Emu gekauft. Die intelligente Kommunikations-App erkennt in Gesprächen Termine, Verabredungen und ähnliches und bietet dazu erweiterte Optionen und Informationen an. Es liegt nahe, dass Google damit seine abgeleiteten Events aus Gmail komplementieren wird, um auch Information aus Hangouts in Google Now darzustellen.

Googles letzter Einkauf ist intelligenter, als es sein Name vermuten lässt: Hinter Emu verbirgt sich ein kontextsensitiver Messenger mit integriertem Assistenten à la Google Now oder Siri. Dieser analysiert Gespräche und blendet gegebenenfalls zusätzliche Information ein. Verabredet man sich etwa zum Kinobesuch, werden aktuelle Filme vorgeschlagen, trifft man sich im Restaurant, erscheint automatisch die Option dort anzurufen und zu reservieren.

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Diese Technologie erinnert stark an Google Now, das etwa auch bei der Suche nach Restaurants einen Link für direkte Anrufe anbietet oder – zumindest in den USA recht umfangreich – Information aus Gmail extrahiert und darstellt. Der Erwerb von Emu legt nahe, dass ähnliche Mechanismen bald in Hangouts, Googles eigenem Messenger, zum Tragen kommen dürften. Bestärkt wird diese Vermutung durch die Ankündigung, dass Emu am 25. August abgeschaltet wird.

Messaging wird derzeit als eines der Schlachtfelder der großen Tech-Firmen gehandelt. Facebook hat sich durch die Übernahme von WhatsApp eine große Nutzerbasis gesichert und Apple plant mit iOS 8 und OS X 10.10 die Kommunikation innerhalb des eigenen Ökosystems deutlich zu verbessern. Hangouts dagegen wird trotz Verfügbarkeit auf allen größeren Plattformen und seiner Funktion als Standard-SMS-App kaum als Marke wahrgenommen.

Wenngleich es sich bei Emu um ein Startup handelt, besteht das Team nicht aus Unbekannten: Mitbegründer und bisheriger CEO Gummi Hafsteinsson entwickelte den intelligenten Assistenten Siri vor und nach der Übernahme durch Apple und war zuvor Teil des Google Maps-Teams. Finanziert wurde das Unternehmen bislang von Risikokapital in Millionenhöhe, über die Übernahmesumme dagegen schweigen sich beide Parteien aus.

Quelle: Emu [via Tech Crunch]

Titelbild: Camille Gévaudan (CC BY-SA 3.0)

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