Google: Konzern pachtet Flugplatz der NASA für Raumfahrt- und Robotik-Forschung

Rafael Thiel 2

Google verfolgt bekanntlich einige sogenannte Moonshots. Diese haben zwar nicht (alle) den Mond als Ziel, doch bisweilen geht es tatsächlich hoch hinaus. Dazu hat sich der Konzern unweit des Firmenhauptquartiers jetzt einen Flugplatz samt historischem Hangar und Golfplatz angeeignet. Das Moffett Airfield wird für die nächsten 60 Jahre von der NASA gepachtet und soll als Forschungsareal für Luft- und Raumfahrt sowie Roboter-Technologie dienen.

Google: Konzern pachtet Flugplatz der NASA für Raumfahrt- und Robotik-Forschung

Nachdem die NASA mit dem Apollo-Programm bereits einen prestigeträchtigen „Moonshot“ hatte, ist es jetzt an Google nach den Sternen zu greifen. Eine Tochterfirma des Konzerns namens Planetary Ventures übernimmt das traditionsreiche Moffett Airfield für zunächst 60 Jahre. In diesem Zeitraum wird Google 1,16 Milliarden US-Dollar (rund 930 Millionen Euro) an die NASA zahlen. Neben der jährlichen Miete von etwa 232 Millionen US-Dollar beteiligt sich das Unternehmen aus Mountain View zudem mit 6,3 Millionen US-Dollar im Jahr an den laufenden Betriebskosten und plant rund 200 Millionen US-Dollar in die Anlagen zu investieren.

Der Flugplatz liegt derweil nur wenige Kilometer vom Hauptquartier in Mountain View entfernt und verfügt unter anderem über einen eigenen Golfplatz. Darüber hinaus befinden sich auf der vier Quadratkilometer großen Anlage ein Luftwaffenstützpunkt und neben zwei weiteren Hangars auch der historische Hangar One, der seit den 1930er Jahren Luftschiffe beherbergt hat und unlängst teilweise abgebaut werden musste, nachdem giftige Stoffe festgestellt worden waren.

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Bildquelle: Flickr/Craig Howell

Google nutzt den Flugplatz bereits seit geraumer Zeit für Testdurchläufe seiner selbstfahrenden Autos und parkte dort Jets der Konzernspitze um Larry Page und Sergey Brin. Nach Unterschreiben des langfristigen Pachtvertrags sollen die Anlagen jetzt wiederhergestellt und auf Vordermann gebracht werden, um dort Forschung zu Luft- und Raumfahrt sowie Robotertechnik zu betreiben. In der jüngeren Vergangenheit hat der Konzern dazu bereits einige Firmen übernommen, wie etwa das innovative Roboter-Unternehmen Boston Dynamics oder zuletzt den Satellitenbetreiber Skybox.

Das unternehmenseigene Forschungslabor Google X hat die Raumfahrt schon seit geraumer Zeit im Blick und dazu im Jahr 2007 den „Google Lunar X Prize“ ausgeschrieben für private Projekte, die einen Roboter auf den Mond schicken. Derzeit haben private Unternehmen allerdings eher Probleme mit ihren ambitionierten Plänen für die Raumfahrt: Zuletzt zerschellte die Raumfähre Spaceship Two der Firma Virgin Galactic, die langfristig Touristenflüge ins All anbieten will. Nur wenige Tage zuvor ist der Raumfrachter Cygnus von Orbital Sciences auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS explodiert. Das hält Persönlichkeiten der Tech-Branche wie Elon Musk mit SpaceX oder Amazon-Gründer Jeff Bezos mit Blue Origin jedoch nicht davon ab, in der Raumfahrt mitzumischen – angestrebte Ziele sind unter anderem Raumflüge für Jedermann und sogar die Besiedlung des Mars.

Quelle: TechCrunch [via Business Insider, Manager Magazin]
Bildquelle: NASA

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