Google bleibt auf Wachstumskurs: Für das zweite Quartal 2015 hat der Suchmaschinenbetreiber jetzt seine Geschäftszahlen vorgelegt. Der Umsatz kletterte um 11 Prozent auf 17,73 Milliarden US-Dollar, der Gewinn stieg auf 3,93 Milliarden US-Dollar. Damit hat Google sogar die Erwartungen der Wall Street übertroffen.

 

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Facts 

Carol Bartz, ehemalige Chefin von Yahoo, bezeichnete Google einmal als „One-Trick-Pony“ – gemeint war damit die Tatsache, dass Google seine Umsätze fast ausschließlich aus dem Werbegeschäft generiert und kein zweites Standbein hat. Die Replik eines Google-Managers folgte prompt: „Wir mögen zwar ein ‚One-Trick-Pony‘ sein, aber ihr müsst zugeben: Das ist ein verdammt guter Trick“. Das kleine Scharmützel ist zwar bereits fünf Jahre alt, an der Ausgangslage hat sich aber nichts geändert: Noch immer stammen fast 90 Prozent von Googles Umsätzen aus dem Werbegeschäft. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View ist also nach wie vor ein „One-Trick-Pony“ – doch dieser Trick funktioniert weiterhin wunderbar, wie die Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2015 jetzt eindrucksvoll belegen.

Im Zeitraum zwischen April und Juni 2015 wuchs Googles Umsatz auf 17,73 Milliarden US-Dollar – ein sattes Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und auch im Vergleich zum ersten Quartal 2015 konnte Google ordentlich zulegen. Auch der Gewinn kletterte kräftig von 3,35 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2014 auf jetzt 3,93 Milliarden US-Dollar. Vor Sonderposten liegt der Gewinn pro Aktie damit bei 6,99 US-Dollar – Analysten hatten lediglich mit 6,70 US-Dollar Gewinn pro Aktie gerechnet. Wenig verwunderlich also, dass Googles Aktienkurs im nachbörslichen Handel um 7 Prozent zulegen konnte.

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Starkes Anzeigengeschäft & Sparmaßnahmen

Die guten Quartalszahlen lassen sich auf zwei Faktoren zurückführen: ein starkes Anzeigengeschäft und interne Sparmaßnahmen. Das Anzeigengeschäft auf den eigenen Webseiten Googles – also von der Suche über GMail bis hin zu YouTube und mehr – wuchs um 13 Prozent und generierte im zweiten Quartal 2015 mit 12,40 Milliarden US-Dollar den Großteil des Gesamtumsatzes von 17,73 Milliarden US-Dollar. Vor allem die mobile Suche kommt außerdem immer mehr in Fahrt – mittlerweile verzeichnet Google sogar mehr Suchanfragen über Smartphones und Tablets als von klassischen Computern. Darüber hinaus wachse auch YouTube weiter und erreiche in den USA, so Googles Chief Business Officer Omid Kordestani am Donnerstagabend, mittlerweile mehr 18-49-jährige als der stärkste Sender im US-Kabel-TV. Diese Zielgruppe wird von Werbetreibenden besonders hart umworben, weshalb es nicht verwundert, dass laut Kordestani heute 40 Prozent mehr Unternehmen gebe, die auf YouTube Werbung schalten, als noch vor einem Jahr.

Andererseits hat sich Google einen Sparkurs auferlegt, der die internen Kosten in Zaum halten soll. Dazu wurde von Google Ende Mai eigens Ruth Porat von der Investmentbank Morgan Stanley abgeworben, die nun Finanzchefin beim Internetkonzern ist und ein hartes Regiment führen soll. So berichteten zwei Google-Mitarbeiter gegenüber dem Wallstreet Journal, dass Ausgaben für etwa Reisen oder Verbrauchsmaterialien nun mehr Begründungen als in der Vergangenheit erforderten. Die internen Ausgaben Googles wuchsen in Q2 2015 um 10 Prozent, ein Quartal davor waren es noch 13 Prozent und im vierten Quartal 2014 sogar noch 22 Prozent.

Quelle: Google, via: Golem, Heise

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Kaan Gürayer
Kaan Gürayer, GIGA-Experte für Smartphones, Tablets und Smartwatches.

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