Google Lenses: Smarte Kontaktlinsen für Diabetiker sind nächster Google X-„Moonshot“

Lukas Funk 4

Während die Konkurrenz noch eifrig an einer Alternative zum noch nicht einmal für jedermann veröffentlichten Google Glass arbeitet, geht Google einen Schritt weiter und beginnt die Erforschung von smarten Kontaktlinsen. Das Moonshot-Projekt, das ebenso wie Glass von der Abteilung Google X geführt wird, hat dabei rein medizinischen Nutzen: Über die Tränenflüssigkeit soll der Blutzuckerspiegel des Trägers ständig überwacht werden, um bei zu hohen oder zu niedrigen Werten rechtzeitig warnen zu können.

Google Lenses: Smarte Kontaktlinsen für Diabetiker sind nächster Google X-„Moonshot“

Diabetiker haben es schwer, ihren Blutzuckerwert ständig im Auge zu behalten: Gängige Messgeräte benötigen einen Tropfen Blut zur direkten Analyse, den sich Betroffene mittels spezieller Nadeln aus den Fingerkuppen oder den Ohrläppchen entnehmen müssen. Diese Prozedur ist aufwändig, unangenehm und als Resultat, so schlussfolgert Google, werde sie von vielen Diabetes-Patienten nicht regelmäßig durchgeführt.

Abhilfe schaffen sollen zukünftig intelligente Kontaktlinsen, die ständig den Zuckerwert der Tränenflüssigkeit des Trägers analysieren und beispielsweise an sein Smartphone senden. Fällt oder steigt der Blutzucker zu schnell, könnte dieses Alarm schlagen und geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen. Alternativ könnte auch eine LED in der Kontaktlinse selbst als Indikator dienen. Momentane Prototypen bestehen jedoch lediglich aus einem Zuckersensor und einem Funkmodul, die zwischen zwei dünnen Schichten aus Kontaktlinsenmaterial angebracht sind.

Zukünftig sollen Produkte auf Basis dieser Technologie nicht von Google selbst angeboten werden, sondern in Kooperation mit etablierten medizinischen Unternehmen. Trotz des frühen Forschungsstadiums sei man schon im Gespräch mit der US-Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelzulassungsbehörde (Food and Drug Administration, FDA), um die Basis für einen Marktstart zu schaffen.

Bis dahin werden aber noch Jahre vergehen — bislang ist noch nicht einmal klar, wie zuverlässig die Zuckeranalyse in Tränen beim Menschen wirklich ist. Letzte Forschungsergebnisse diesbezüglich wurden 2011 veröffentlicht, basierend auf Untersuchungen an Hasen.

Quellen: Google Blog, Science Daily

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung